Umgehend löste die Staufner Bergwacht Lawinenalarm aus, das heißt alle Einsatzkräfte und die Lawinenhundstaffel zur Hochgratbahn, Anforderung Christoph 17 aus Kempten und Christoph 45 aus Friedrichshafen sowie Polizeihubschrauber Edelweiß. Vier Mann der Bergwachten Oberstaufen und Memmingen waren bereits im regulären Pistendienst am Hochgrat und versuchten als erste zum vermeintlichen Lawinenabgang am Staufner Haus zu gelangen. Sie konnten jedoch keine Lawine finden. Nach weiteren Recherchen verlagerte sich die Suche weiter nach Osten und man konnte drei kleine Schneebretter entdecken. So klar die Unfallmeldung am Anfang klang, um so verwirrender wurden die eingehenden Zeugenaussagen im Laufe des Einsatzes. Heini Malue, Leiter der Allgäuer Bergwacht und die Alpine Einsatzgruppe der Polizei hatten am Parkplatz der Hochgratbahn alle Hände voll zu tun, die verschiedensten Aussagen zuzuordnen und daraus einsatztaktische Maßnahmen abzuleiten.
Erschwert wurde der Einsatz der Hubschrauber durch böigen Wind am Berg und Nebelschwaden aus Süden, die den Grat immer wieder in dichten Nebel hüllten. Am Landeplatz im Tal mußte zuerst der Parkplatz und dann die Zufahrt zur Hochgratbahn gesperrt werden, um den Einsatzablauf nicht zu gefährden.
Nach über dreistündiger systematischer Suche mit Lawinenhunden, Sonden und Reco-Gerät und aufgrund der Tatsache, daß sich alle Vermißtenmeldungen auflösten (ein als vermißt gemeldetes Pärchen meldete sich aus einem Erlebnisbad), wurde die Suche abgebrochen.
Vorbildlich war die Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen mit der Bahn sowie den Freeridern am Hochgrat. Gut ausgerüstet mit Sonden und Schaufeln beteiligten sie sich äußerst diszipliniert an der Suche. Ein Dank an die Wirtin der Bergstation, die spontan in der Nähe der Lawine eine Teestation für die Retter aufstellte.
Im Einsatz waren insgesamt ca. 50 Bergwachtmänner/-frauen aus Oberstaufen, Memmingen, Immenstadt und Sonthofen sowie die Lawinenhundestaffel Allgäu und die Alpine Einsatzgruppe der Polizei. Bei der Nachbesprechung mit heißen Getränken und einer Brotzeit in der Festhalle Steibis bedankte sich der Allgäuer Bergwachtchef Heini Malue bei allen Einsatzkräften für den professionellen und effizienten Einsatzablauf.





