Eine junge Frau aus Arzberg, die am Montag abend gegen 22 Uhr am Stadtrand ihre Hunde ausführte, hörte aus dem Gelände Hilfeschreie einer männlichen Stimme. Sie ging daraufhin zurück nach Hause und berichtete ihrer Mutter davon. Diese lauschte aus dem Fenster und hörte ebenfalls Rufe, beide konnten allerdings nicht genau feststellen, aus welcher Richtung sie kamen. Die sofort benachrichtigte Polizei schickte eine Streife zum Ort des Geschehens, die Beamten überzeugten sich von der Richtigkeit der Angaben und leiteten eine Suchaktion ein, an der neben einem Polizeihundeführer auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera beteiligt war.
Die Hilferufe waren inzwischen verstummt. Da die Polizeihubschauber-Besatzung mehrere Wärmepunkte orten konnte, die nicht eindeutig zu identifizieren und zudem schwer erreichbar waren, wurde Hilfe von der Feuerwehr, dem BRK und der Bergwacht angefordert.
Am Dienstag, 9. Februar, wurde daraufhin um 2:02 Uhr der Bergwacht-Einsatzleiter Sechsämterland unsanft von der Integrierten Leitstelle HochFranken aus dem Schlaf gerissen.
"Aktiver Hilferuf im unwegsamen Gelände bei Arzberg", lautete die erste Meldung. "Wen sollen wir alarmieren?"
Der Einsatzleiter entschied sich für die Alarmierung der BW Marktredwitz mit ihrem Motorschlitten, zur personellen Verstärkung wurden die KameradInnen aus Wunsiedel, Schönwald und Rehau angefordert. Gleichzeitig machte sich der diensthabende Einsatzleiter mit dem Suzuki Jimny auf den Weg zur Einsatzstelle, um das örtliche Einsatzleiter-Team zu unterstützen.
Vor Ort angekommen wurde zunächst das Betriebsgebäude der örtlichen Kläranlage "beschlagnahmt" – es war von der Lage her günstig und der Kontrollraum eignete sich hervorragend als Einsatzzentrale. Kreisbrandinspektor Bergmann übernahm die Leitung des Sucheinsatzes und wurde von den jeweils Verantwortlichen von Polizei, BRK und Bergwacht tatkräftig unterstützt.
Aufgrund der Weiträumigkeit des Suchgebietes entschied man sich dafür, die Suchhundestaffel der Bergwacht Fichtelgebirge aus Bayreuth anzufordern. Gleichzeitig baute die UG SAN EL vor dem Gebäude ihre technischen Einrichtungen und ein beheiztes Zelt zum Aufwärmen der Mannschaft auf.
Die eingeteilten waldfreien Suchgebiete wurden nach und nach von den Einsatzkräften der Feuerwehr und der Bergwacht durchkämmt, in der ersten Stunde noch unterstützt durch Hinweise aus dem Polizeihubschrauber, der dann jedoch abdrehte. In den bewaldeten Abschnitten wurden dagegen nur die Wege abgefahren, um keine falschen Fährten für die Hunde zu legen.
Gegen 4 Uhr entschied sich die Einsatzleitung zur Nachalarmierung der Bergwacht Weißenstadt, die die Aktion mit einem weiteren Motorschlitten und dem geländegängigen Rettungsfahrzeug unterstützte.
Um 5 Uhr waren drei Hunde der Bayreuther Staffel am Einsatz und begannen mit dem Durchsuchen der bisher ausgesparten, schwer zugänglichen Gebiete.
Leider führte das alles aber zu keinem Erfolg, es wurde kein Anzeichen und keine Spur einer hilfsbedürftigen Person entdeckt. Nachdem die ganze Gegend großräumig abgesucht war, entschied der Örtliche Einsatzleiter um 8 Uhr, die Suche abzubrechen. BRK, Feuerwehr und Bergwacht rückten unverrichteter Dinge ab.
Im weiteren Tagesverlauf wurden dann nochmals fünf Diensthundeführer und ein Hubschrauber der Polizei zur weiteren Suche eingesetzt – auch sie konnten nichts feststellen. Da zudem keine Meldung über eine vermisste Person vorliegt, muss davon ausgegangen werden, dass entweder ein Scherzbold sein Unwesen getrieben hat oder dass tatsächlich eine Notsituation vorlag, aus der sich der Betroffene dann selbst oder mit Hilfe Unbekannter befreien konnte.
Insgesamt waren 180 Einsatzkräfte sechs Stunden lang beschäftigt, davon ca. 40 Bergwachtler.
Mittwoch, 10. Februar 2010





