Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergretter trainieren für ihre Einsätze mit dem Hubschrauber in der Simulationsanlage in Bad Tölz.

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www.bw-zsa.org

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Samstag, 23. Juni 2007

Schülergruppe vom Mandlgrat gerettet

Eine Schülergruppe aus Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 17 Unterkühlten wurde von der Bergwacht Berchtesgaden gerettet.

BERCHTESGADEN (ml) – Eine Schülergruppe aus Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 17 Unterkühlten musste die Bergwacht Berchtesgaden am Freitagabend nach einem schweren Unwetter mit Hagel und Wind aus dem Mandlgrat am Hohen Göll retten. Die 15 Jugendlichen und zwei Erwachsenen wurden mit dem Polizeihubschrauber „Edelweiß 8“ bis zum oberen Busparkplatz am Kehlstein geflogen und dort vom Rettungsdienst (RK/BY 1617, RK/BY 1646) und den freiwilligen Helfern der BRK-Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Berchtesgaden medizinisch untersucht und versorgt. Ein von Sanitätern begleiteter und vorgewärmter RVO-Bus brachte die Geretteten kurz nach 19 Uhr zur weiteren Untersuchung ins Kreiskrankenhaus Berchtesgaden.

Die Schülergruppe verließ während einer Tour auf dem Kehlstein den gekennzeichneten Rundwanderweg und begab sich zum so genannten Mandlgrat, der von Beginn an mit Hinweistafeln als „Klettersteig nur für Geübte“ ausgezeichnet ist. Nach einer Gehzeit von rund zweieinhalb Stunden geriet die für Witterung und Gelände unzureichend ausgerüstete Gruppe gegen 16.15 Uhr bei einsetzendem Hagel in akute Bergnot. Die sieben Jungen und acht Mädchen, allesamt 16 Jahre alt sowie ihr Lehrer und eine Betreuerin litten an Erschöpfung und Unterkühlung.

Auf den Notruf folgte ein aufwendiger Bergrettungseinsatz: Der Polizeihubschrauber „Edelweiß 8“ flog mit ausgebildeten Bergwacht-Luftrettern zum Mandlgrat und nahm unter schwierigsten Flugbedingungen einzelne Schüler auf und brachte sie im Pendelverkehr zum Busparkplatz am Kehlsteinhaus. Da die allesamt unverletzten Betroffenen größtenteils nur sommerlich bekleidet und nach dem Unwetter völlig durchnässt und unterkühlt waren, mussten sie bei der Übergabe am Landeplatz vorsorglich vom Notarzt gesichtet werden. Die geringste gemessene Körpertemperatur lag bei 33,4 Grad, was der zweiten Unterkühlungsphase, dem so genannten Erschöpfungsstadium entspricht.

Mit einem Materialfahrzeug brachten die ehrenamtlichen Rotkreuz-Helfer Decken und heißen Tee für die Geretteten zum Hubschrauberlandeplatz. Nach Registrierung und Dokumentation der Körpertemperatur begleiteten sie einen RVO-Bus, der die Gruppe zum Krankenhaus transportierte. Dort kümmerten sich die Ehrenamtlichen noch zusammen mit dem Klinikpersonal bis kurz nach 20 Uhr um die weitere Teeausgabe und Deckenverteilung. Der Einsatz endete gegen 20.45 Uhr. Neben der Hubschrauberbesatzung waren ein Polizeibergführer, 13 Retter der Bergwacht-Bereitschaft Berchtesgaden, zehn Einsatzkräfte der BRK-Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) und des Rettungsdienstes sowie ein Notarzt an den Rettungs- und Betreuungsarbeiten beteiligt.

Zeitgleich zum Bergrettungseinsatz am Mandlgrat wurde um 15.50 die BW-Ramsau von der RLSt Traunstein alarmiert. Ein Urlaubsgast hatte sich trotz gegenteiligen Rates durch seinen Vermieter auf eine Bergtour gemacht und sich dabei so verstiegen, dass ihm eine Rückkehr ins Tal nicht mehr möglich war. Nach dem CH14 bei einem Überflug die Lage des  Vermissten feststellte, brachte der "Edelweiß 8" einen Retter bis ca.  50hm unter den Einsatzort, von dort stieg Retter die Steilschrofen im  II - III Schwierigkeitsgrad zu dem Mann auf. Von dort sicherte er ihn in ca. 3 Seilllängen auf den Steig (Abstiegsweg) zurück. Da in der Zwischenzeit der Einsatz am Mandlgrat angelaufen war, arbeitete der "Edelweiß 8"  erst diesen Einsatz ab und holte dann den mittlerweile unterkühlten Patienten sowie den Retter vom Edelweißlahner. Der Bergsteiger blieb unverletzt. Fünf Retter der Bergwacht-Bereitschaft Ramsau waren im Einsatz.

 

Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.