Nordbayerische Höhlenretter in Schwaben

Nach der erfolgreichen ersten Großübung der deutschen Höhlenrettungsgruppen in Steinamwasser (Oberpfalz) vor zwei Jahren fand die zweite nationale Höhlenrettungsübung diesmal vom 22. bis zum 24. September 2006 auf der schwäbischen Alb unter Führung der Höhlenrettung Baden-Württemberg statt. Von der Höhlenrettung Nordbayern nahmen sechs Einsatzkräfte teil.
Veranstaltungsort war die Falkensteiner Höhle bei Bad Urach, ein vielbesuchtes, weitläufiges System, das ganzjährig Wasser führt und in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz von realen Höhlenrettungseinsätzen war. Da im nordbayrischen Raum kaum nennenswerte Wasserhöhlen existieren war dies eine interessante Erfahrung für die Teilnehmer; bereits die persönliche Ausrüstung muß den ungewohnten Bedingungen angepaßt werden – ca. 8° C Wassertemperatur, oft hüfttief, streckenweise auch bis zum Kopf im Wasser. Im Vergleich mit typischen fränkischen Höhlen besitzt die Falkensteiner Höhle auch einen anderen Charakter (größere Ganglängen, dafür weniger Engstellen), so daß die technischen und organisatorischen Schwerpunkte im Einsatz anders gesetzt werden müssen.
Ziel der über den Höhlenrettungsverbund Deutschland (HRVD) organisierten nationalen Höhlenrettungsübungen ist neben dem reinen Erfahrungsaustausch unter Höhlenrettern auch das Kennenlernen von Personal und Arbeitsweise der jeweils anderen Höhlenrettungsgruppen. Da Höhlenrettungseinsätze schnell aufwendig und personalintensiv werden können, z. B. bei mehreren Patienten, weiten Wegen bis zum Ausgang oder Vermißtensuchen, würden in solchen Fällen die Retter der benachbarten Gruppen, ggf. sogar bundesweit, nachgefordert werden um die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen.

