Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Infos unter:
www.bw-zsa.org

Mitglieder-Login

Passwort vergessen?

Eingeklemmter Höhlengänger befreit

Streitberg. In den hintersten Winkeln der Schönsteinhöhle bei Streitberg (Landkreis Forchheim) hatte sich ein Höhlengänger in einem Spalt hoffnungslos verkeilt. Nach relativ kurzer Zeit gelang es den Bergwachtkräften aus Forchheim und Bamberg den 23-Jährigen zu befreien.

Der Unfallort lag in den hintersten Ecken der Schönsteinhöhle

Am Sonntagnachmittag war der Höhlengänger in die Schönsteinhöhle eingefahren und hatte die hinteren labyrinthartigen Teile der Höhle begangen. Als er sich auf dem Rückweg durch eine schmale Spalte zwängen wollte, rutsche er offensichtlich ab und verkeilte sich mit den Beinen im Spalt. Nachdem alle Befreiungsversuche seiner Begleiter keinen Erfolg brachten - auch der Einsatz herbeigeschafften Werkzeugs erwies sich alsbald als aussichtslos - setzten die Begleiter einen Notruf ab.

Von der Rettungsleitstelle wurden daraufhin die Bergwacht Forchheim und die in der Bergwacht Bamberg organisierten Höhlenrettung Nordbayern, sowie der Landrettungsdienst alarmiert. Die Höhlenretter fanden den trainierten und höhlenerfahrenen Höhlentouristen in recht gutem physischen und psychischen Zustand vor. Allerdings klagte er über die durch die Einklemmung hevorgerufenen starken Schmerzen.

Nach der notfallmedizinischen Versorgung des Betroffenen begannen die Rettungskräfte ein Stück aus dem Fels zu entfernen, der die Einklemmung verursachte. Dies gelang recht rasch, so dass der junge Mann bald befreit war. Da er sich in sehr gutem körperlichen Zustand befand, konnte er, an Absturzstellen gesichert, nahezu ohne fremde Hilfe die Höhle verlassen. Dies war ein großes Glück, denn der Transport des kräftigen Mannes durch die extrem engen Gänge der Schönsteinhöhle hätte Stunden in Anspruch genommen.

Gespanntes Warten bei der Einsatzleitung am Höhleneingang

Das Großaufgebot an Einsatzkräften von THW, Feuerwehr und Rotem Kreuz, das sich unterdessen vor dem Höhleneingang eingefunden hatte wurde wegen der raschen Rettung nicht benötigt. Der aus seiner misslichen Lage befreite Höhlentourist wurde mit von der Einklemmung herrührenden, leichten Verletzungen vom Rettungsdienst ins Krankenhaus transportiert.

Nach Einschätzung der Einsatzkräfte handelte es sich bei der Unfallurache nicht, wie so oft bei Höhlenunfällen, um Leichtsinn. Der junge Mann war höhlenerfahren, gut ausgerüstet und trainiert. Ihn hatte lediglich ein Missgeschick ereilt, das eigentlich jedem passieren hätte können.

Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.