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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Dienstag, 13. Juni 2017

Auf den Ernstfall vorbereitet sein

Bergwachten aus Zwiesel, Arnbruck und Ruhmannsfelden üben Sessellift-Evakuierung am Silberberg.

Bodenmais - Am Freitag, 2. Juni 2017, haben die Bergwachtbereitschaften aus Zwiesel, Arnbruck und Ruhmannsfelden gemeinsam eine Ausbildungsübung am Silberberg absolviert. Um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, haben die rund 30 Mitglieder der drei Bereitschaften das Abseilen und die Evakuierung von Passagieren eines Sessellifts trainiert.

In vier Gruppen unterteilt fanden sich unter den Einsatzkräften sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Dabei wurden die Bereitschaften bewusst in gemischte Teams eingeteilt. "Wir wollen damit gewährleisten, dass im Einsatz jeder mit jedem zusammenarbeiten kann", erklärte Bernd Eberhardt, Schriftführer bei der Bergwacht Zwiesel. Da nicht immer jeder Zeit habe, an einem Einsatz teilzunehmen, sei die Flexibilität in der Zusammenarbeit deshalb besonders wichtig.

An der ersten Station wurde das korrekte Packen der Einsatzrucksäcke wiederholt, die alle nach einem festgelegten System gepackt werden müssen. "Das ist wichtig, damit sich jeder sofort zurechtfindet, auch wenn er einen fremden Rucksack dabei hat", erklärte Ausbildungsleiter Ragnar Theuerjahr. In den Rucksäcken befinden sich unter anderem ein statisches 200-Meter-Seil sowie Werkzeuge zur Selbstsicherung beim Abseilen.

Die anderen Stationen konzentrierten sich auf die einzelnen Schritte der Rettungsaktion. So wurde zum Beispiel die Vorwärtsbewegung am Seil unter Anleitung von Ragnar Theuerjahr geübt. An einer anderen Station konnten sich die Einsatzkräfte abseilen und die Rettung der Passagiere im Sessel trainieren. Die Rettung findet immer von oben nach unten statt, indem sich der Retter von oben zum Sessel abseilt und dem Passagier eine sogenannte "Rettungswindel" anlegt. Mit dieser hosenähnlichen Vorrichtung können die zu Rettenden mit Hilfe eines Flaschenzugs sicher nach unten befördert werden.

An der vierten Station trainierten die Bereitschaften das Abseilen des Retters nach der Bergungsaktion. Von einem Liftmast aus seilten sich die Einsatzkräfte aus rund acht Metern höhe ab. In einem richtigen Einsatz klettern zwei Rettungshelfer auf einen Mast. Während einer den anderen sichert, bewegt sich die Einsatzkraft am Liftseil entlang zum Passagiersessel. Wenn sich der Retter dort abgesichert hat, verlässt der zweite Retter seine Position auf dem Mast und begibt sich unter den Sessel, um vom Boden aus das Abseilen der Passagiere zu überwachen. Wenn diese sicher angekommen sind, seilt sich der zweite Retter als Letzter ab.

Auch Sessellift-Besitzer Josef Kagerbauer sen. zeigte großes Interesse an der Ausbildungsübung und ließ sich die einzelnen Stationen genau erklären. Betriebsleiter Michael Hagengruber befand die Übung der Bergwachten ebenfalls für enorm wichtig. "Die Sicherheitsbestimmungen geben vor, dass halbjährig kleinere Übungen dieser Art durchgeführt werden müssen." Außerdem sei zusätzlich eine große Evakuierungsübung im Jahr üblich. Der Betriebsleiter ist auch gerne bereit, solche Aktionen öfter durchzuführen. "Das sind unglaublich viele Handgriffe, die da gemacht werden", zeigte er sich beeindruckt. Besonders im Hinblick auf die tragischen Ereignisse im letzten Jahr am Arber sei es wichtig, dass jede Einsatzkraft die Evakuierung vorab einmal selbst geübt hat. "Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Bereitschaften. Immerhin sind das alles freiwillige Helfer", lobte Hagengruber.

Ein Notfall käme dem Betriebsleiter zufolge jedoch selten vor. "Man ist natürlich dahinter, dass alles passt und sicher ist", betonte er. "Aber es kann immer zu einem technischen Defekt kommen." Dann versuche man zunächst, das Problem selbst zu lösen. Wenn das nicht möglich ist, wird die Bergwacht verständigt. "Bei einem Getriebeschaden hat man zum Beispiel keine Chance", so Hagengruber. 2015 hatte es den letzten großen Einsatz gegeben, als nach einem Schaden an der Sicherheitsbremse sowohl die Bergwacht, als auch die Polizei und Feuerwehr alarmiert worden waren.

Um 19.30 Uhr wurde die Ausbildungsübung beendet. Im Anschluss lud Michael Hagengruber die Mitglieder der drei Bereitschaften noch zu einer üppigen Brotzeit ein.

 

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