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Die Bergwacht - Bergretter, Luftretter - Lebensretter

Bergwachtretter trainieren mit neuem Polizei-Helikopter „Edelweiß 8“

Pfaben. Bergrettung ist komplex. Bergrettung ist noch viel komplexer und aufwändiger wenn bei der Bergrettung auch noch die Rettung aus der Luft dazu kommt. Für diese Spezialverfahren ist ein deutlich höherer Übungsaufwand erforderlich als in der „normalen“ Bergrettung. Für diese Spezialeinsätze werden die  Einsatzleiter der Bergwacht Bayern gut und regelmäßig geschult. Ein Bestandteil davon ist die Ausbildung im Zentrum für Sicherheit Bergwacht Bayern in Bad Tölz und dem dort in der Trainingshalle installierten Hubschraubersimulator.

Für die gut ausgebildeten Bergretter kann man dies im wahrsten Sinne des Wortes nur als „Trockentraining“ bezeichnen, denn am vergangenen Donnerstag fand ein gemeinsamer Hubschrauberlehrgang von Bergwacht und Polizei in Pfaben im Steinwald statt. Die Teilnehmer kamen aus den Bergwachtregionen Oberer Bayerischer Wald, dem Fichtelgebirge, dem Frankenjura und der Rhön. Neben der Crew des Polizei-Hubschraubers „Edelweiß 8“ nahmen auch drei Bergführer der Bayerischen Polizei aktiv an dem Luftrettungstraining teil. Die Bergwachten im Landkreis Cham waren mit insgesamt fünf Teilnehmern aus den Bereitschaften Furth im Wald und Lam vertreten. Ziel war die Übung der schnellen und sicheren Windenbergung.

Die Bergretter und Einsatzleiter der Bergwacht mussten hier Ihr Können unter Beweis stellen: Nicht nur ausserordentliche körperliche Fitness zählt zu den Vorraussetzungen, sondern auch das Beherrschen von Handzeichen und Kommandos, das Vertrautsein mit Material und Gerät, das Know-How über die Spezialverfahren am Hubschrauber.

Für die Bergführer der Polizei und den Bergretter der Bergwacht Bayern standen nicht nur eine Besichtigung des neuen „Flugmusters EC135 P2+“ mit Aussenwinde auf dem Programm, sondern auch die verschieden Verfahren aus der Gebirgsluftrettung: Doppelwinsch, Evakuierung mit einer Rettungswindel, Winschverfahren mit Patienten im Luftrettungssack und die Kapprettung eines Kletterers aus einer Felswand.

Bei diesen Verfahren zur Rettung von Verletzten im unwegsamen und alpinen Gelände müssen Bergretter und Hubschrauberbesatzung Hand in Hand arbeiten, um die Einsätze ohne Komplikationen verlaufen zu lassen, so Armin Leuchter, Leiter der Luftrettungsausbildung in der Bergwachtregion Bayerwald. Nicht umsonst sind die als Luftretter agierenden Einsatzleiter der Bergwacht Bayern als „Ergänzende Besatzungsmitglieder“ bei den Luftrettungsbetreibern anerkannt  Um diesen Status gerecht zu werden und um im Ernstfall die Sicherheit aller Beteiligten garantieren zu können ist kontinuierliche Ausbildung und ständige Übung notwendig.

Nach der Kontrolle der Persönlichen Schutzausrüstung der Teilnehmer, einer Sicherheitsunterweisung und einem Briefing der Crew am eingesetzten Hubschrauber wurde sich schnell auf die Stationen im Gelände verteilt und zum Flugtraining übergegangen.

Die Trainingshalle ist „Trockentraining“ oder besser ein „Training im trockenen“– beim Einsatz im Gelände kann alles passieren- denn auch das Wetter ist unkalkulierbar. So auch beim echten Hubschraubertraining: kurz nach Beginn schlug das Wetter um und von nun an wurde bei Regen und Wind weitergeübt. Denn nicht umsonst wird den Bergwachtler nachgesagt, sie kommen: bei jedem Wetter, in jedem Gelände, zu jeder Zeit. Regen ist unangenehm – Hubschrauber und Regen bedeutet vom Regen in die Traufe zu geraten. Der Wind des Hubschrauberrotors peitscht das Wasser von allen Seiten gegen die Bergretter am Boden. – Doch hier gilt des den wehrlosen Patienten, zwar nun „nur“ ein Kamerad, im vorbereiteten Bergesack zu schützen, im das Unangenehmste zu ersparen, wenn der Helikopter über ihm steht und Wasser und Wind von allen Seiten eine gemeinsame Front bilden. Ein wahrer Kampf gegen die Naturelemente.

Die Winschvorgänge wurden im Gelände von Steilhängen trainiert, wie auch im alpinen und absturzgefährlichen Gelände. Hier gilt für die Teilnehmer stets hoch konzentriert zu bleiben. Auch nach den Gefahren am Windenseil des Hubscharubers, gilt es nach Abschluss der Luftrettung, wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat aufmerksam zu bleiben. Im absturzgefährlichen Gelände muss der Bergretter sich und den Patienten sichern, noch bevor er den Windenhaken aushängt. Dies ist ein kritischer Moment – der Hubschrauber ist gefesselt. Ein stressiger Augenblick für alle.

Alle diese Verfahren lassen sich zwar schön in einer Trainingshalle vorbereiten und üben, aber im realen Einsatz  im Gelände ist alles noch extremer: Die Abstände größer, der Wind stärker, der Lärm lauter, die Abläufe hektischer. Es gilt die innere Ruhe bewahren und hoch konzentriert zu bleiben. Doch durch den Simulator im Ausbildungszentrum sind Teilnehmer vorbereitet und die Abläufe gut einspielt. Aber die Einsätze der Bergwacht sind auch oft Schlechtwetter bedingt – und deshalb war  dieser Lehrgang für die Teilnehmer eine gute Trainingsmöglichkeiten für den Einsatz bei jedem Wetter, in jedem Gelände.

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