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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Dienstag, 18. August 2015

16-Jähriger überlebt 50-Meter-Absturz an der Schärtenspitze

Schwieriger Rettungseinsatz der Bergwacht Ramsau – „Christoph 14“ fliegt schwer verletzten Jugendlichen nach Abseil-Aktion durch Wolkenlücke ins Tal

RAMSAU/ SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE – Am Dienstagnachmittag kurz nach 14 Uhr wurden die Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ zu einem schweren Bergunfall an der Schärtenspitze im Hochkalter-Massiv alarmiert: Ein 16-jähriges Mitglied einer Alpenvereinsgruppe aus München war nach einer Klettertour vom Gipfel aus rund 50 Meter durch steiles Schrofengelände abgestürzt. Der Jugendliche hatte Glück im Unglück und blieb schwer verletzt oberhalb einer Wandstufe liegen.

Der Pilot von „Christoph 14“ setzte den Notarzt und einen Ramsauer Bergwachtmann im Schwebeflug in der Nähe des Patienten ab und transportierte dann am 25 Meter langen Rettungstau vom Tal aus zwei weitere Bergretter mit zusätzlicher Ausrüstung zur Schärtenspitze, da der Abgestürzte im steilen Gelände gesichert und abgeseilt werden musste. Aufgrund von Nebel und schwierigen Sichtflug-Bedingungen konnten die weiteren Einsatzkräfte nur unterhalb der Unfallstelle abgesetzt werden. Sie mussten zum Patienten aufsteigen, Bohrhaken setzen und den vom Notarzt medizinisch versorgten Jugendlichen im Luftrettungssack zum Weg abseilen, da aufgrund einer Wolke kein direkter Anflug der Unfallstelle mehr möglich war. 

„Christoph 14“ schaffte es dann von der Blaueishütte aus, den Notarzt und den Patienten durch eine zeitlich begrenzte Wolkenlücke per Tau abzuholen und ins Tal nach Ramsau zu fliegen. Dort wurde der Patient in den Hubschrauber umgelagert und sofort zum Klinikum Traunstein geflogen. Die drei Bergretter und eine unverletzte, aber betroffene Begleiterin des Abgestürzten mussten nach der aufwendigen Rettungsaktion mit der umfangreichen Ausrüstung zu Fuß in Richtung Blaueishütte absteigen. Die Besatzung des nachgeforderten Polizeihubschraubers „Edelweiß 1“ holte sie dann am Fuß des Blaueisgletschers ab und flog sie nach Ramsau ins Tal. Die Bergwacht Berchtesgaden rückte mit ihrem Kerosinanhänger zweimal aus und tankte „Christoph 14“ und „Edelweiß 1“ für den Rückflug wieder auf. „Edelweiß 1“ flog gegen 19.30 Uhr zum Münchner Flughafen zurück.


 

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