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Die Bergrettungswache

60 Jahre Seeleinsee-Diensthütte im Hagengebirge

unsere BW-Bereitschaftsleitung

Bergwacht-Bereitschaftsleiter Stefan Strecker und Urs Strozynski

Wir begrüßen Sie herzlich auf der Internetseite der Bergwacht Bad Reichenhall.Wir freuen uns über Ihr Interesse und möchten uns kurz vorstellen.

Unsere Bergwachtbereitschaft besteht aktuell aus 75 Mitgliedern, darunter 48 aktiven Bergrettern. Die Mitglieder unserer Bergwachtbereitschaft sind alle ehrenamtlich tätig und sie sind hoch motiviert. Wir helfen zu jeder Zeit, bei jedem Wetter und in jedem Gelände. Unsere Hauptaufgabe ist es, den Rettungsdienst im alpinen und unwegsamen Gelände durchzuführen. Im Jahr 2016 hatten wir in unserem Einsatzgebiet, welches eine Fläche von ca. 180 km² im mittleren Landkreis Berchtesgadener Land umfasst, 80 Einsätze zu bewältigen.

Unsere neue Rettungswache befindet sich seit Mai 2012 an der Reichenbachstr. 17 in Bad Reichenhall.

Auf unserer Homepage erhalten Sie Informationen über die aktuellen und vergangenen Einsätze, über Meldungen und Nachrichten, die Aufgaben der Bergwacht, das Einsatzgebiet, die Führungsmannschaft (Organigramm), die Ausbildung und auch Veranstaltungen unserer Gemeinschaft.

Ihre Leitung der Bereitschaft

 

Montag, 12. August 2019

Erneuter nächtlicher Großeinsatz für verstiegenen Wanderer am Poschberg

Insgesamt 32 Bergretter fast 17 Stunden im Einsatz: Aufwendige nächtliche Suche und missglückter Rettungsversuch – 67-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen verpasst die Abzweigung zum Waxriessteig und gerät auf der Nordostseite des Poschbergs in absturzgefährliches Gelände

SCHNEIZLREUTH/BAUMGARTEN – Die Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger mussten am Sonntagabend innerhalb von zwei Tagen zum dritten Mal wegen eines verstiegenen Wanderers am Poschberg im Lattengebirge ausrücken, wobei der aufwendige Einsatz sehr lang dauerte, da die Retter den in Bergnot Geratenen lange Zeit suchen mussten und bis Montagmittag wegen Wind, Nebel und steiler Felswände weder per Hubschrauber noch zu Fuß erreichen konnten. In der Nacht und am Morgen waren 15 Bergretter, zwei Hubschrauber und das Team des Technikbusses der Bergwacht Chiemgau mit einer Wärmebild-Drohne im Einsatz; am Montagvormittag schafften es dann insgesamt 17 Bergretter von der Poschhütte aus über einen Bergrücken und durch einen Graben mit Seilgeländern und Abseilstrecken bis zu dem 67-jährigen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen abzusteigen, wobei Regen und Nebel bis zur Kiesgrube hinab den Such- und Rettungseinsatz erschwerten. Die Bergwacht traf gegen 11.30 Uhr beim Verstiegenen ein, brachte ihn seilgesichert nach oben und bis 13 Uhr ins Tal. Insgesamt mussten rund 1.000 Meter Seile verbaut werden.

Der Mann hatte wie bereits eine Familie am frühen Freitagnachmittag und ein Duo aus München am Freitagabend offenbar die Abzweigung zum Waxriessteig verpasst und war an der Posch-Jagdhütte vorbei weglos abgestiegen. Ursache für die Verhauer war in allen drei Fällen wohl ein Bau-Container, der aktuell das Schild zur Abzweigung des Waxriessteigs von der vor einigen Jahren neu gebauten Forststraße zur Dolomit-Bohrstelle verdeckt – am, beziehungsweise vor dem Container wird nun ein Schild angebracht, das nicht ortskundigen Wanderern den richtigen Weg zur Abzweigung weist. Während das Duo am Freitagabend in 770 Metern Höhe im Absturzgelände auf der Südwestseite des Bergs in Richtung Röthelbach-Forststraße festsaß, war der Mann am Sonntagabend nordöstlich übers Schneideck in Richtung des Kieswerks am Saalachsee abgestiegen und dann in rund 1.000 Metern Höhe im sehr steilen und unübersichtlichen Gelände ohne Licht nicht mehr weitergekommen, als es langsam dunkel wurde.

Als gegen 20.20 Uhr der Notruf einging, mussten die Bergretter erst nach dem Mann suchen, der nicht genau sagen konnte, wo er sich befindet und meinte, er sei immer noch im Bereich des Waxriessteigs. Eine Handy-Ortung war nicht möglich, weshalb mehrere Mannschaften über den Waxriessteig in Richtung der Rothofen-Gräben, von oben über die Poschhütte, vom Gegenhang am Müllnerberg und vom Tal aus suchten und immer wieder Rufkontakt, aber keinen Sichtkontakt zu dem Mann herstellen konnten. Im Einsatz war auch die Bergwacht Traunstein mit dem Technikbus der Bergwacht Chiemgau; sie unterstützte die Boden-Teams mit einer Wärmebild-Drohne, suchte nach dem Verstiegenen und dem besten Aufstiegsweg für die Fußtrupps. Die Einsatzkräfte leuchteten dann die komplette Nordostflanke des Poschbergs mit einem großen Scheinwerfer vom Kieswerk aus an, um die Suche im Gelände zu erleichtern. Die Besatzung des mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten nachtflugtauglichen Polizeihubschraubers „Edelweiß 6“ traf gegen Mitternacht in Bad Reichenhall ein, konnte aber wegen des starken Winds nicht ins Saalachsee-Tal hineinfliegen und musste wieder umkehren.

Durch Rufkontakte und nicht eindeutige Sicht-Kontakte konnten die Einsatzkräfte eingrenzen, wo sich der Mann vermutlich befindet, wobei die Suche aufgrund des sehr unübersichtlichen und steilen Geländes sehr schwierig war. Die Retter stiegen entlang des Steinbruchs oberhalb des Kieswerks am Saalachsee auf und versicherten die komplette Strecke mit Seilen, kamen dann aber eine Wandstufe unterhalb des Mannes nicht mehr weiter und mussten gegen 4.30 Uhr in der Früh umkehren. Am Montagmorgen gegen 7 Uhr startete dann der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ mit dem Bergwacht-Einsatzleiter zu einem erneuten Suchflug und konnte den Mann an der Nebelgrenze in etwa 1.000 Metern zwar finden, aber wegen einer sinkenden Wolkenschicht nicht mehr erreichen.

Am Montagvormittag schafften es dann insgesamt 17 Bergretter von der Poschhütte aus über einen Bergrücken und durch einen Graben mit Seilgeländern und Abseilstrecken bis zu dem 67-jährigen Urlauber aus Nordrhein-Westfalen abzusteigen, wobei Regen und Nebel bis zur Kiesgrube hinab den Such- und Rettungseinsatz erschwerten. Die Bergwacht traf gegen 11.30 Uhr beim Verstiegenen ein, brachte ihn seilgesichert nach oben und bis 13 Uhr ins Tal. Insgesamt mussten während des 17-Stunden-Einsatzes rund 1.000 Meter Seile verbaut werden.Der Mann hatte die trockene und milde Nacht und auch den Niederschlag am Vormittag in seiner Regenkleidung gut überstanden und bewältigte den Aufstieg für die Retter unerwartet fit und zügig, hatte dann aber großes Pech, als er mit seinem Auto vom Waxries-Parkplatz auf die B21 einfuhr und einen schweren Verkehrsunfall verursachte.

Im September 2015 musste die Bergwacht in unmittelbarer Nähe der aktuellen Einsatzstelle bereits zwei Wanderer sehr aufwendig suchen und retten, die ebenfalls den Waxriessteig verloren hatten.

Autor: BW Rei E 30__2019

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