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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Dienstag, 22. Juli 2014

Spaltensturz am Höllentalferner

Grainau/Zugspitze - Bergsteigerin fast 1,5 Stunden im Eis gefangen

Am Sonntag, den 20. Juli 2014, wurde der Einsatzleiter sowie die Einsatzmannschaft der Bergwacht Grainau um 15.24 Uhr alarmiert. Eine 38 Jahre alte Frau aus Herzberg im Harz war auf dem Weg zur Zugspitze beim Übergang vom Gletscher in den oberen Klettersteig, dem sog. 2. Einstieg, ausgerutscht und nach etwa 30 Metern in eine Querspalte gestürzt. Daraufhin wurde vom Einsatzleiter umgehend ein Hubschrauber mit Winde angefordert, während die Einsatzkräfte bereits die nötigen Einsatzvorbereitungen trafen.

Kurze Zeit später erreichte der ADAC-Notarzthubschrauber Christoph Murnau den Tallandeplatz in Grainau. Nach einer Lagebesprechung brachte dieser zunächst 4 Retter der Bergwacht Grainau zum Einsatzort. Die Situation stellte sich für die Einsatzkräfte sehr schwierig dar. Die Frau hatte sich nach einem Sturz von etwa 8 Metern in der sich nach unten stark verengenden Spalte kopfüber geradezu verkeilt und war noch dazu handlungsunfähig, da beide Arme miteingeklemmt waren. Zwischenzeitlich bildete sich starker Nebel, weshalb Christoph Murnau vorübergehend nicht mehr in das Einsatzgebiet fliegen konnte. Erst nach etwa einer Viertelstunde klarte es wieder auf, woraufhin 5 weitere Retter zur Unfallstelle gebracht wurden.

Die Spalte war so eng, dass die Retter nur kopfüber zur Patientin gelangten. Die gut ausgerüstete Bergsteigerin trug zwar einen Klettergurt, aufgrund der Enge scheiterte aber ein erster Befreiungsversuch. Da mit einer längeren Bergung gerechnet werden musste, wurden parallel weitere Einsatzkräfte in Bereitschaft versetzt und zusätzlich spezielles Bergegerät aus Innsbruck/Österreich angefordert. Dieses kam jedoch nicht mehr zum Einsatz, da die Retter vor Ort schließlich erfolgreich einen Karabiner in dem Gurt einhängen und die Frau nach knapp 1,5 Stunden aus ihrer misslichen Lage befreien konnten. Mit Hilfe einer sog. losen Rolle wurde sie aus der Spalte geborgen. Nach einem kurzen medizinischen Check wurde die vollständig durchnässte und stark unterkühlte Patientin im Luftrettungs-Bergesack mit Vakuumbett und Wärmefolien auf den Abtransport vorbereitet. Christoph Murnau kehrte nach einem Tankstop umgehend zur Einsatzstelle zurück und flog die Bergsteigerin ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Der am Gletscher verbliebene Begleiter und die Einsatzkräfte der Bergwacht Grainau wurden mit zwei weiteren Flügen ins Tal gebracht. Nach einer Abschlussbesprechung, bei der besonders die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Bergrettern und der Hubschrauberbesatzung unter den widrigen Wetterverhältnissen hervorgehoben wurde, war der Einsatz beendet.

Insgesamt waren am Sonntag 11 Mann der Bergwacht Grainau, das Bergrettungsfahrzeug Grainau sowie der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph Murnau etwa 3,5 Stunden lang gefordert.

Bereits am Samstag musste die Bergwacht Grainau ausrücken. Gegen 18 Uhr erreichte den Einsatzleiter die Alarmierung, dass ca. 80 Meter unter dem Zugspitzgipfel ein Mann von Steinschlag am Knie getroffen worden sei und nicht mehr weitersteigen könne. Mit dem Notarzthubschrauber Martin 2 aus Imst/Österreich wurden der 44-jährige Patient und seine Begleiterin aus Allendorf per Bergetau geborgen und zur weiteren Versorgung ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen verbracht. Die Bergwacht Grainau war mit 5 Einsatzkräften und dem Bergrettungsfahrzeug Grainau etwa 2 Stunden gefordert.

Autor: Bergwacht Grainau

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