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Mittwoch, 9. August 2017

Einsatzreiche Tage für die Bergwacht Grainau

Grainau - Bergretter sind bei Blitzschlag an der Alpspitz Ferrata und Absturz am Stangensteig gefordert

Am vergangenen Sonntag, den 06. August 2017, wurden der Einsatzleiter und die Mannschaft der Bergwacht Grainau um 13:29 Uhr alarmiert. Vier Bergsteiger befanden sich am Klettersteig Via Ferrata an der Alpspitze im Abstieg, als in der Nähe ein Blitz einschlug. Nach einem Rückruf an der Einsatzstelle stellte sich heraus, dass die Bergsteiger noch selbstständig gehen konnten, aber ihre genaue Position und Höhe nicht wussten. Aufgrund des sehr schlechten Wetters mit Regen, tief hängenden Wolken und restlicher Gewitteraktivität schied ein Hubschraubereinsatz aus, sodass fünf Einsatzkräfte zusammen mit zwei Bergwacht-Notärzten der Bereitschaft Garmisch-Partenkirchen mit der Alpspitzbahn zum Osterfelderkopf fuhren. Nachdem das Gewitter abgezogen war, stiegen die Retter zu den Betroffenen auf, welche zwischenzeitlich kurz über dem Einstieg der Ferrata angekommen waren. Alle Bergsteiger hatten zum Zeitpunkt des Einschlags das Drahtseil in der Hand und einen elektrischen Schlag abbekommen. Eine Person klagte über Taubheit im Bein, eine andere hatte leichte Verbrennungen an Hand und Oberschenkel erlitten. Nach einer kurzen Untersuchung durch die beiden Notärzte wurden sie zur Bergstation der Alpspitzbahn geführt und im Tal an zwei Rettungswägen des Bayerischen Roten Kreuzes und des MKT übergeben. Diese brachten die Bergsteiger zur weiteren Abklärung in das Klinikum Garmisch-Partenkirchen.
Während die Einsatzkräfte auf dem Weg zur Ferrata waren, erreichte noch ein Notruf von zwei Bergsteigern auf dem Weg zur Zugspitze die Bereitschaft. Diese waren auf dem Höllentalferner und hatten sich verirrt. 4 Bergretter machten sich mit der Zahnradbahn auf den Weg zum Zugspitzgipfel, um zu den Bergsteigern abzusteigen. Nach Eintreffen am SonnAlpin meldeten sich die Bergsteiger allerdings nochmal, da sie zwischenzeitlich den Weg doch selbst gefunden hatten und keine Hilfe mehr benötigten. Somit konnte die Einsatzmannschaft mit dem nächsten Zug wieder zurück ins Tal fahren.
Insgesamt waren bei diesen Einsätzen 10 Bergretter und die beiden Bergwacht-Notärzte 3,5 Stunden lang gefordert.

Am Montag, den 07. August 2017, wurden der Einsatzleiter und die Mannschaft der Bergwacht Grainau um 15:13 Uhr alarmiert. Eine Wanderin war am Stangensteig ausgerutscht und etwa 150 Meter abgestürzt. Es wurde umgehend ein Hubschrauber mit Notarzt angefordert, welcher sich kurze Zeit später zusammen mit drei Bergrettern auf den Weg ins Höllental machte. Am Einsatzort konnte der Notarzt leider nur noch den Tod der Frau feststellen. Der Ehemann wurde zwischenzeitlich ins Tal geflogen und dort durch das Team des ebenfalls alarmierten KID Berg (Kriseninterventionsdienst) betreut. Zur Unfallaufnahme forderte der Einsatzleiter die Polizei nach. Außerdem wurden zwei Augenzeuginnen zur Fortststrasse geführt, mit dem Rettungsfahrzeug abgeholt und dem KID Berg übergeben. Nach Eintreffen der beiden Polizeibergführer mit dem Polizeihubschrauber Edelweiß 8 führten diese die polizeilichen Ermittlungs- und Dokumentationsmaßnahmen durch. Anschließend wurde der Leichnam gemeinsam für den Abtransport vorbereitet und von Edelweiß 8 ins Tal gebracht.
Noch während der Vorbereitungen übermittelte die Integrierte Leitstelle Oberland einen weiteren Notruf an die Grainauer Retter. Zwei Bergsteiger waren im Abstieg über das Matheisenkar erschöpft. Mit dem Polizeihubschrauber konnten die beiden Personen aus ihrer Lage befreit und ins Tal geflogen werden.
Insgesamt waren bei diesen Einsätzen 5 Bergretter, 3 Mitglieder des KID Berg, der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph Murnau, der Polizeihubschrauber Edelweiß 8 sowie 2 Polizeibeamte der Alpinen Einsatzgruppe über 5 Stunden lang gefordert.

Bereits am Samstag Nachmittag wurden die Einsatzkräfte in die Höllentalklamm gerufen. Dort war eine Wanderin nach einer längeren Tour und durch die Hitze erschöpft und musste ebenfalls ins Tal gebracht werden.

Autor: Bergwacht Grainau

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