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Sonntag, 24. Juni 2018

Lange Nacht für die Bergwacht Grainau

Grainau - Gemeinsame Suchaktion mit der Bergrettung Ehrwald am Schellkopf findet glückliches Ende

Am Freitag, den 22. Juni 2018, wurde die Bergwacht Grainau gegen 0:45 Uhr alarmiert. Ein 77-jähriger Urlauber aus der Bodenseeregion war nach einer E-Bike-Tour nicht mehr in sein Hotel in Biberwier zurückgekehrt. Die Kameraden der Bergrettungen Ehrwald und Lermoos hatten bereits verschiedene Gebiete auf österreichischer Seite abgesucht und zwischenzeitlich einen kurzen telefonischen Kontakt mit dem Gesuchten herstellen können. Er konnte zwar seinen Standort nicht genau mitteilen, aus der Beschreibung seines bisherigen Weges stellte sich jedoch das Gebiet zwischen Grießen und Schellschlicht/Schellkopf als Möglichkeit dar, woraufhin die Grainauer Einsatzkräfte nachgefordert wurden.

Gemeinsam mit den Ehrwalder Kameraden wurden mehrere Suchtrupps zusammengestellt, die sich auf den Weg in das Suchgebiet machten. Schließlich fanden gegen 03:45 Uhr vier Einsatzkräfte den Mann auf einer Wiese unterhalb des Schellkopfs auf ca. 1600 Metern Höhe. Er war bei seiner Tour fälschlicherweise einen Bergwandersteig nach oben gelaufen in der Annahme, auf der anderen Bergseite abfahren zu können. Oben angekommen wurde es bereits dunkel, während ein Gewitter mit starken Regenschauern durchzog und den Radfahrer völlig durchnässte. Aufgrund fehlender langer Kleidung und begünstigt durch den kräftigen Wind hatte dies eine starke Unterkühlung zur Folge; bei Eintreffen der Retter war der Mann bereits deutlich bewusstseinsgetrübt. Ein Notruf gelang ihm aufgrund der schlechten Netzabdeckung in diesem Bereich nicht. Der Patient wurde von den Einsatzkräften in einem speziellen Wärmezelt gelagert, ein Notarzt der Ehrwalder Bergrettung kümmerte sich um die medizinische Betreuung. Außerdem wurden weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung angefordert, die daraufhin ebenfalls zur Einsatzstelle aufstiegen.

Leider stand aus verschiedenen Gründen im süddeutschen Raum kein Hubschrauber zum Abtransport des Patienten zur Verfügung, selbst der Einsatz eines Schweizer Rettungshubschraubers schied wegen einer Gewitterfront auf dem Anflugweg aus. Dadurch mussten die Einsatzkräfte die Nacht am Berg verbringen. Erst um 07:15 Uhr am Freitagmorgen konnte der ADAC-Notarzthubschrauber Christoph Murnau den Patienten bei widrigen Wetterbedingungen per Winde retten und ins Unfallklinikum nach Murnau fliegen, nachdem die Einsatzkräft den Mann zuvor bodengebunden in der Gebirgstrage unter die Wolkendecke transportiert hatten. Nach dem Abstieg der Einsatzkräfte zurück nach Grießen war der Einsatz nach einer Abschlussbesprechung und gemeinsamen Brotzeit gegen 10:00 Uhr beendet.

Insgesamt waren bei diesem Einsatz 9 Bergretter der Bergwacht Grainau, das Rettungsfahrzeug Grainau, die Bergrettungen Ehrwald und Lermoos, die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph Murnau und die Polizeiinspektionen Reutte und Garmisch-Partenkirchen über 9 Stunden lang gefordert.

Autor: Bergwacht Grainau

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