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Dienstag, 2. Juli 2019

Tödlicher Absturz und aufwendige Bergung an der Zugspitze

Am Dienstag erreichte uns gegen 10:00 Uhr die Alarmierung durch die ILS Oberland, dass eine Person im Gipfelbereich der Zugspitze Richtung Zugspitzplatt abgestürzt sei.

Umgehend wurde durch unseren Einsatzleiter der Rettungshubschrauber Christoph Murnau und weitere Einsatzkräfte hinzugezogen und zwei Bergretter zur Unfallstelle geflogen. Nach kurzer Suche konnte der Patient in sehr schwierigem Gelände ca. 200 Höhenmeter unterhalb eines Altschneefeldes im Bereich der Gletscherbahn lokalisiert werden. Um eine Versorgung des Patienten vorzunehmen und den Eigenschutz zu gewährleisten musste durch unsere Einsatzkräfte eine Seilversicherung angebracht werden. Leider konnte durch den Notarzt nur noch der Tod des Patienten festgestellt werden. Anschließend wurde der Begleiter des Patienten zusammen mit dem Notarzt zurück nach Garmisch-Partenkirchen geflogen, wo er von unseren Kameraden des Kriseninterventionsteams weiter betreut wurde. Zeitgleich wurde zur weiteren Abwicklung des Einsatzes die Alpine Einsatzgruppe der Polizei Oberbayern Süd und ein Polizeihubschrauber nachalarmiert. Unsere Einsatzkräfte verblieben derweil am Unglücksort, um den Leichnam zu sichern und auf den Abtransport zu warten. Dieser verzögerte sich durch die einziehenden Wolken immer mehr und man beschloss, die Bergung auf den heutigen Mittwoch zu verschieben. Unsere Kräfte waren daher gezwungen, den Leichnam gesichert zurückzulassen und selbständig wieder zum Gipfel auszusteigen. Hierzu mussten an mehreren Stellen Bohrhaken zur Selbstsicherung angebracht werden. Anschließend ging es per Seilbahn zurück ins Tal.
Nach Rücksprache mit der Polizei wurde der Einsatz am Mittwoch ab 08:00 Uhr fortgesetzt. Da die Wetterverhältnisse auch heute keinen Flugbetrieb zuließen, entschloss man sich, die Bergung bodengebunden abzuwickeln. Hierzu machten sich zwei Polizeibergführer und sieben Bergretter erneut auf den Weg zur Zugspitze, um mit dem sogenannten planmäßigen Bergrettungsverfahren den Leichnam abzutransportieren. Nachdem ein entsprechender Standplatz eingerichtet war, wurden zwei Bergretter zum Verunglückten und im weiteren Verlauf zum Wandfuß abgelassen. Hierzu mussten sie eine Strecke von knapp 500 Höhenmetern per Seil abwärts überwinden. Am Wandfuß warteten zwei weitere Einsatzkräfte, um den weiteren Abtransport per Pistenraupe und anschließend per Zug ins Tal zu unterstützen. Der Einsatz endete an beiden Tagen für unsere Einsatzkräfte jeweils gegen 17:00 Uhr.
Wir wollen uns an dieser Stelle bei unseren Partnern vom Christoph Murnau, der Bayrischen Polizei und des Kriseninterventionsteams für die gute Zusammenarbeit bedanken. Besonders hervorheben möchten wir die Zusammenarbeit und Unterstützung der bayrischen Zugspitzbahn (Zugspitze). Ohne die Unterstützung bei der Logistik (Bereitstellung der Pistenraupe und eines eigenen Zugabteils), der Planung (gesonderte Bahnfahrten für unsere Einsatzkräfte inkl. Abstellen der Bahn um sich einen Überblick zu verschaffen) und der Durchführung, wäre diese Bergung nicht möglich gewesen.
Wir wünschen den Angehörigen viel Kraft in dieser schweren Stunde.
Mit diesem Beitrag möchten wir über den Einsatz bei diesem tragischen Unfall sachlich informieren. Wir verbitten uns daher Meinungsäußerungen, Vorverurteilungen und Kommentare, die die Würde des Unfallopfers verletzen oder uns oder unsere beteiligten Partner ohne Kenntnisse der genauen Umstände negativ betreffen.

 

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