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Donnerstag, 10. Juli 2014

Neues Zuhause für die Bergwacht Deggendorf am Geisskopf

Unterbreitenau. Der neue Rettungsstützpunkt der Bergwacht am Geißkopf wird gut gebraucht – das zeigte sich auch bei der Einweihung des Hauses am Samstagnachmittag: Während die Ehrengäste ihre Grußworte sprachen, schlossen sich die breiten Türen zum Sanitätsraum. Ein verletzter Biker musste versorgt werden.

Bisher war die Bergwacht etwas versteckt in einem kleinen Raum unterhalb des Forsthauslifts untergebracht. Dieser war Sanitätsraum, Aufenthaltsraum und Einsatzzentrale in einem. Musste dort ein Verletzter versorgt werden, wurde es eng. 2008 kam erstmals die Idee auf, sich zu erweitern. In diesem Jahr bewertete die Strukturkommission der Bergwacht Bayern die Einrichtung vor Ort und stellte fest, dass die Räumlichkeiten nicht den modernen Anforderungen entsprechen. Schnell umgesetzt wurde daraufhin der Bau zweier Garagen für die Einsatzfahrzeuge.


2012 sei der Plan gereift, ein neues Haus zu bauen, blickte der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Deggendorf, Robert Heilig, zurück. "Die Verhandlungen waren sehr zäh, es hat lange gedauert. Mich hat das viele Nerven gekostet. Aber schlussendlich haben wir unseren Wunschplatz bekommen." Und der befindet sich unterhalb der Talstation des Geißkopflifts auf einem großen, ebenen und gut erreichbaren Platz. Dass die Bergwacht am Geißkopf präsent ist, ist nun gut sichtbar für die Skifahrer und Biker. "Landrat Michael Adam, Staatssekretär Bernd Sibler und der Bürgermeister von Bischofsmais Walter Nirschl haben uns massiv dabei unterstützt, eine Baugenehmigung zu erhalten." 2013 wurde diese endlich erteilt, im August und September wurde das Fundament errichtet, im Oktober das Haus aufgestellt. Über den Winter wurde innen ausgebaut.


Robert Heilig dankte den Sponsoren, die die Bergwacht beim Bau unterstützt haben. Anwesend waren Vertreter der Firmen Wolf, Knauf und Hefele sowie Malermeister Hubert Steinbrenner und Raumaustatter Alex Mader aus Bischofsmais. Einen großen Beitrag hat auch die Gallinger-Max-Stiftung der Firma Streicher geleistet. Die meiste Arbeit aber hatte die Bergwacht selbst: Viele Mitglieder packten ordentlich mit an und halfen ehrenamtlich beim Bau. Heilig hob besonders Jürgen Schink, Hans Englmeier und Peter Schulz heraus.
Trotz der Sponsoren bleibt die Bergwacht Deggendorf auf einem hohen Betrag für die Investition sitzen. Etwa 160000 Euro kostet der Bau. "Wir haben keine staatlichen Zuschüsse bekommen", betonte Robert Heilig. Die Gemeinde Bischofsmais habe aber 1000 Euro gespendet. Verlass sei auf die BRK-Familie: Das Rote Kreuz sowohl im Landkreis Deggendorf als auch im Landkreis Regen habe geholfen. Bei der Einweihung waren von Seiten des BRK Kreisvorsitzender Bernd Sibler und Kreisgeschäftsführer Gerhard Gansl aus Deggendorf sowie die beiden Leiter des Rettungsdienstes Markus Mühlbauer aus Deggendorf und Alfred Aulinger aus Regen anwesend.


Weitere Ehrengäste waren Landrat Michael Adam, der Stellvertretende Landrat von Deggendorf Peter Erl, der zweite Bürgermeister von Bischofsmais Helmut Plenk, der Regionalleiter der Bergwacht Josef Hutter und Vertreter der Bergwacht Ruhmannsfelden, die die Bergwacht Deggendorf beim Sommerdienst unterstützt. Tagtäglich sei derzeit in der Zeitung zu lesen, wie wichtig die Bergwacht sei, verwies Bernd Sibler in seinem Grußwort auf die Rettung des Höhlenforschers Westhauser. "Aber man kann nur gute Arbeit leisten, wenn man auch gute Ausrüstung hat." Der Staatssekretär lobte die gute Zusammenarbeit über die Landkreisgrenze hinweg – keiner habe die Verantwortung auf die anderen abgeschoben. Er dankte zudem den Sponsoren und den ehrenamtlichen Bauhelfern von der Bergwacht, "es waren so viele, die das gemeinsam angeschoben haben. Sie haben eine großartige Leistung erbracht."


Dabei wurde ein Qualitätssprung geleistet, fuhr Sibler fort. Verletzungen könnten nun optimal behandelt werden. Sanitätsraum, Einsatzzentrale und Gemeinschaftsraum sind nun separat, sodass sich die Helfer bei der Arbeit nicht gegenseitig stören oder Begleiter eines Verletzten gut untergebracht werden können. Helmut Plenk von der Gemeinde Bischofsmais überreichte Robert Heilig zur Einweihung traditionell Salz und Brot. Er wünschte, dass öfter der Gemeinschaftsraum als der Sanitätsraum genutzt werden könne. Die Anwesenden beteten schließlich gemeinsam um die Hilfe des Herrgotts, Pfarrer Christopher Fuchs aus Bischofsmais segnete die neuen Räume. Im Anschluss wurde der Einzug mit Grillfleisch und Getränken gefeiert.


Der milde Winter hatte zwar nicht besonders zum Skifahren eingeladen, dafür kam die Bergwacht beim Innenausbau zügig voran. Der Zeitplan konnte eingehalten werden: Seit Mai ist das neue Haus bezogen. Das gute Wetter im Frühjahr hat dafür gesorgt, dass schon viele Down-Hill-Fahrer auf ihren zwei Rädern unterwegs sind. "Seit Mai hatten wir 70 Einsätze", erzählt Robert Heilig. Diese hohe Zahl zeige, wie wichtig der neue Rettungsstützpunkt ist. Denn mit dem Bikepark ist das Wintersport- und Wandergebiet auch im Sommer hoch frequentiert.

Autor: BW Deggendorf/PNP Pöschl

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