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Sonntag, 7. Juli 2019

Aufwendige Suchaktion nach einer verletzen Person am Hochvogel

Bergsteigerin wartet im Deutsch-Österreichischen Grenzgebiet stundenlang auf Hilfe

Am Samstag,06.07.19 gegen Mittag, kam eine junge Bergsteigerin im Bereich zwischen Hochvogel und Prinz-Luitpold-Haus vom Weg ab und verletzte sich schwer am Bein. Da sie allein unterwegs war und keinen Handyempfang hatte, konnte sie keine Hilfe organisieren. Andere Wanderer hörten die Hilferufe, konnten die 21-jährige aber nicht genau orten. Sie stiegen daraufhin in Richtung Tirol ab und konnten erst eineinhalb Stunden später einen Notruf absetzen.

Um 16:00 Uhr wurde die Bergwacht Hinterstein von der Leitstelle Allgäu alarmiert. Da die Örtlichkeit nicht genau beschrieben werden konnte und nichts weiter über den Zustand der Frau bekannt war, leitete der Einsatzleiter einen großen Sucheinsatz ein. Die Zeit drängte, da eine nahende Gewitterfront nicht mehr weit entfernt war.

Ein Rettungshubschrauber aus Österreich flog die beschriebene Stelle an, und versuchte die Person zu finden. Gleichzeitig machten sich zwei Bergretter aus Hinterstein mit einem Polizeihubschrauber auf den Weg in das Einsatzgebiet. Als die Gewitterfront mit Sturm und Hagel das Gebiet erreichte, musste die Suche unterbrochen werden.

Um 18:00 Uhr besserte sich das Wetter und klarte wieder auf, blieb allerdings in den Hochlagen sehr windig. Einige Bergwächtler aus Hinterstein und Sonthofen, die sich zufällig am Prinz-Luitpold-Haus befanden, machten sich zu Fuß auf die Suche. Gleichzeitig startete der Polizeihubschrauber einen weiteren Suchflug und versuchte zudem Personal und Gerät in das Gebiet zu bringen, was aber auf Grund der Windverhältnisse nicht gelang. Nach dem die Fußmannschaft im Bereich der Balkenscharte Hilferufe war nehmen konnte, entdeckten sie die Unterallgäuerin im steilen Felsgelände oberhalb des Weges zum „Kalten Winkel“ auf ca. 2.200 m Höhe und konnten zu ihr aufsteigen und sie notdürftig versorgen.

Der österreichische Rettungshubschrauber RK2 wurde daraufhin nochmals angefordert. Zusammen mit einem Bergwachtmann konnte die Verletze mittels Rettungswinde unter schwierigen Bedingungen an Bord genommen werden. Gegen 20:00 Uhr konnte sie endlich in eine Klinik gebracht werden. Die 18 Bergretter und zwei Hubschrauberbesatzungen konnten den Einsatz dann um 21:00 Uhr abschließen.

Wenn die Retter nicht zufällig vor Ort gewesen wären und die kaum wahrnehmbaren Hiferufe gehört hätten, wäre die Suche vermutlich abgebrochen worden, da nicht klar war, ob sich überhaupt noch jemand in Not befindet. Die junge Frau hätte dann mindestens eine Nacht und ein weiteres Gewitter schwer verletzt im Freien verbringen müssen und auf Hilfe warten. So hatte sie doch noch Glück im Unglück!

Ein großer Dank geht an die Kameraden der Bergwacht Sonthofen, die uns vor Ort tatkräftig unterstützten und maßgeblich zum Gelingen der Rettungsaktion beigetragen haben!

 

 

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