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Dienstag, 16. Juni 2009

Dreizehn Gleitschirmflieger vermisst ...

"Puzzlespiel" auf der Suche nach abgestürzte Gletschirmfliegern

Schwangau / Füssen. Als der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen am Sonntag gegen 17.00 Uhr alarmiert wurde, wusste er noch nicht, was für einen langen Atem er in den nächsten 5 Stunden brauchen wird. Bei der Alarmierung über die Rettungsleitstelle Kempten wurde der Absturz eines Gleitschirmpiloten im Bereich Rohrkopf am Tegelberg gemeldet. Noch während der Abklärung des Unfallvorganges meldeten sich weitere Beobachter, die von einem Absturz im Bereich Drehhütte sprachen. Anruf für Anruf von Bergsteigern und Gleitschirmpiloten ergaben immer neue Unfallorte, die zu Beginn sehr dicht beieinander lagen, so dass erst sicher gestellt werden musste, ob es sich um einen oder mehrerer abgestürzte Gleitschirmpiloten handelte. In Kooperation mit der Polizei Füssen und der Flugschule am Tegelberg wurde versucht einen Überblick über die vermissten Gleitschirmpiloten zu bekommen, was vorbildlich gelang. Deren Zahl stieg im Laufe des Abends auf 13. Auch die Informationen von unverletzten Gleitschirmfliegern mittels Flugfunk war sehr hilfreich für die Koordination der Einsätze. So wurden drei Bergrettungsteams an die primären Unfallstellen am Rohrkopf, wo zwei Piloten abgestürzt waren und einer davon mit seinem Schirm aus dem Baum geborgen werden musste, geschickt. Beide waren unverletzt. Anschließend rettete dieses Team dann einen Piloten im Bereich Jagdberg. Der 47 – Jährige Pilot aus Eching wurde bei der Landung in einer 18 Meter hohen Fichte leicht verletzt und erlitt einen Schock. Im Bereich Trauchberg Südseite hatte sich ein 31 Jähriger Gleitschirmpilot in einem Buchenast in einer Höhe von 16 Metern und einem Abstand von 5 Metern vom Baumstamm so unglücklich verhängt, dass er von einem weiteren Füssen Bergrettungsteam sehr aufwendig geborgen werden musste. Der Pilot, ebenfalls aus Eching, verletzte sich bei der unsanften Landung im Baum leicht und erlitt ebenfalls einen Schock. Parallel half die Bergwacht Peiting einem Gleitschirmpiloten aus Augsburg am Wanker Fleck, der ebenfalls am Tegelberg gestartet war aus einer 16 Meter hohen Buche am Wegesrand. Die Bergwacht Peiting half der Bergwacht Füssen bei der Bergung eines Gleitschirmpiloten am Hennenkopf mit dem Rettungshubschrauber Christoph Murnau, der sich ebenfalls nur leicht verletzte. Zur Abklärung der einzelnen Unfallorte wurde zusätzlich der SAR – Hubschrauber der Bundeswehr aus Landsberg angefordert. Insgesamt waren von 17 Uhr bis 22 Uhr drei Rettungsteams der Bergwacht Füssen an vier Unfallorten und zwei Rettungsteams der Bergwacht Peiting an zwei Unfallstellen aktiv.

 

Die weiteren vermissten Gleitschirmpiloten tauchten im Laufe des Abends selbstständig zu Fuß und mit ihren Fluggeräten unter dem Arm wieder am Tegelberg auf. Die Bergung von Drachen- und Gleitschirmpiloten aus Bäumen wird mittels eines speziellen Baumbergegerätes durchgeführt. Anschließend wird dann noch das Fluggerät geborgen, welches aber meist zu Schaden kommt, auch weil sich endlos viele Schnüre in den Ästen der umliegenden Bäume verhängen und so abgeschnitten werden müssen.

 

Noch zu bergen sind in den kommenden Tagen einige Gleitschirme, die aufgrund der einbrechenden Dunkelheit nicht mehr vom Baum geholt werden konnten.

 

 

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