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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Dienstag, 1. März 2016

Nachts auf dem Berg verirrt

Nach einem Streit hat sich eine 41-jährige Münchnerin zu Fuß mitten in der Nacht an den Abstieg vom Wallberghaus gemacht. Sie verirrte sich und löste eine große Suchaktion der Bergwacht aus, die sie schließlich verletzt auffand und rettete.

Das war kein gelungener Ausflug in die Berge. Weit nach Mitternacht hat sich eine 41-jährige Frau aus München in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu Fuß an den Abstieg vom Wallberghaus gemacht. Sie war dabei erheblich alkoholisiert, sagt ein Sprecher der Polizeiinspektion Bad Wiessee (Kreis Miesbach). Dem Entschluss zum nächtlichen Abstieg vorausgegangen war ein Streit mit ihrem Lebensgefährten, mit dem sie ursprünglich im Wallberghaus übernachten hatte wollen.

Die Münchnerin wollte offenbar die teils sehr steile Wallbergstraße hinuntergehen, die im Winter als Rodelbahn fungiert und für den Autoverkehr gesperrt ist. Da die 41-Jährige sich in der Gegend nicht auskannte, verlor sie bald die Orientierung. In Tränen aufgelöst und völlig verzweifelt setzte sie um 2 Uhr einen Notruf ab.

Laut Polizei war die Dame am Telefon aber nicht dazu zu bewegen, an Ort und Stelle zu bleiben und auf die Rettungskräfte zu warten. So startete die Bergwacht von Rottach-Egern in der Nacht eine Vermisstensuche. Fünf Bergretter machten sich auf die Suche, sagt Felix Oswald, Bereitschaftsleiter der Bergwacht von Rottach-Egern. Sie suchten zu Fuß und mit einem Quad, auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkameras war im Einsatz.

Die Retter, die mit dem Quad mit einem Kettenlaufwerk die zur Rodelbahn umfunktionierte Wallbergstraße hinauffuhren, fanden die Frau schließlich auf dieser teils sehr steilen Strecke. Die Frau war unterkühlt, völlig erschöpft und hatte sich den Fuß verstaucht. Da sie nicht mehr in der Lage war, selbst abzusteigen, riefen die Bergwachtler das Rettungsfahrzeug, das mit Schneeketten die vereiste Straße hinauffuhr. Oben wurde die Frau erstversorgt und dann liegend ins Tal gefahren. Dort übergab die Bergwacht die Verletzte an einen Notarzt, dann wurde sie mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus Agatharied gefahren.

Da der Einsatz medizinisch indiziert war, wird die Frau ihre Rettung nicht selbst zahlen müssen, sondern die Krankenkasse wird die Kosten übernehmen, sagt Bergwachtler Felix Oswald. Dass sich die Frau durch den nächtlichen Abstieg selbst in eine lebensgefährliche Lage gebracht hat, ändere daran nichts. Anders wäre es aber, wenn sie in Bergnot geraten wäre, ohne ärztliche Hilfe zu benötigen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Bergsteiger wegen einer plötzlichen Wetteränderung nicht mehr weiterkommen. In so einem Fall müssen die Geretteten selbst die Kosten ihrer Rettung übernehmen. „Wir stellen nach jedem Einsatz eine Rechnung. Da die Kosten aber oft von der Krankenkasse übernommen werden, sehen viele Leute die Rechnung gar nicht“, sagt Bergwachtler Felix Oswald. Die Kosten eines Einsatzes der Bergwacht belaufen sich je nach Schwierigkeitsgrad auf zwischen 250 und knapp 1000 Euro.

Erheblich teurer wird es, wenn ein Hubschrauber nötig ist. In Deutschland fliegen Hubschrauber für 40 bis 50 Euro pro Minute, in Österreich werden aber bis zu 90 Euro pro Minute abgerechnet. So kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen.
Hätte die Frau keine medizinische Hilfe benötigt, hätte sie den Einsatz selbst bezahlen müssen. Das wäre teuer geworden.

Quelle: Tegernseer Zeitung vom 29.02.2016

 

Das Wallberghaus im Herbst

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