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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Donnerstag, 13. September 2018

Nach Rosstag-Ausfall: Bergwacht trommelt für Spenden

Dass der Jubiläums-Rosstag buchstäblich ins Wasser gefallen ist, schmerzt vor allem die Bergwacht. Sie profitiert seit jeher von den Einnahmen und muss nun anderweitig für Spenden trommeln.

Rottach-Egern – Erst verschoben, dann beim zweiten Anlauf komplett abgesagt: Ausgerechnet der 50. Anlauf zum beliebten Rottacher Rosstag hatte nicht geklappt. Das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung – und das, wo doch alle anderen Wald- und Seefeste im Rekord-Sommer 2018 nahezu problemlos geklappt hatten. „Das ist schon schmerzhaft“, sagt Bergwacht-Bereitschaftsleiter Thomas Doreth (55) im Nachhinein. Natürlich sei es richtig gewesen, die Entscheidung zur Absage zu treffen. Wegen des vorangegangenen Regens war die Festwiese in Enterrottach zu sumpfig und das Verletzungsrisiko für Mensch und Tier damit einfach zu groß.

Doch woher kommt jetzt das Geld, das die Bereitschaft dringend braucht? Der Rosstag ist eine wichtige Einnahmequelle der ehrenamtlichen Bergretter. Allein vom Verkauf der Anstecker zum Preis von drei Euro fließen zwei Euro an die Bergwacht, einen Euro bekommt die Gemeinde. Auch ein Großteil der Einnahmen aus der Bewirtung am Festplatz fließt in die Kasse der Bergretter. „Zum Glück haben Zulieferer die Waren großteils wieder zurückgenommen, so dass wenigstens hier kein Schaden entstand“, berichtet Doreth. Der zeitliche Aufwand für die Vorbereitung des Rosstags durch die Ehrenamtlichen ist natürlich nicht zu berechnen.

Die Bereitschaft braucht Einnahmequellen wie den Rosstag. Denn die Spenden sind eine der drei Säulen, auf die sich die Finanzierung der Bergwacht überhaupt stützt. Dazu kommen Staatsgelder für die Anschaffung von Fahrzeugen und Rettungsmitteln sowie Einsatzpauschalen von den Krankenkassen.

„Wir sind einerseits verpflichtet, uns zwei Minuten nach Eingang eines Notrufs durch die Rettungsleitstelle zu melden“, erklärt Doreth. Andererseits müssen die Gelder für das Instandhalten der Fahrzeuge selbst aufgebracht werden. „Unser Pinzgauer zum Beispiel ist 20 Jahre alt, der wird nicht jünger und bedarf immer wieder einer Reparatur.“ Das Geld dafür muss die Bereitschaft aufbringen.

250 Quadratkilometer umfasst das Gebiet, für das die rund 60 Aktiven unter den 108 Mitgliedern zuständig sind. Es reicht im Süden von der Landesgrenze über von Gebiet Auer Alm und Fockenstein im Westen, Marienstein im Norden und die Valepp im Osten. Überall dort, wo andere Rettungsdienste nicht hinkommen und das Gelände unwegsam ist, ist die Bergwacht gefragt. Ebenso bei Katastrophen mit mehr als 51 Verletzten. Die Einsätze werden immer mehr. „200 bis 250 haben wir schon pro Jahr“, sagt Doreth. „Dabei kommt die heiße Zeit im Herbst erst noch.“ Inzwischen seien unter der Woche ebenso viele Einsätze wie am Wochenende, „das ist der neue Trend, das war früher anders“, erklärt der Bereitschaftsleiter, der von Daniel Merone und Rupert Gleißl vertreten wird.

Inzwischen hat Doreth schon bei Rottachs Bürgermeister Christian Köck angeklopft, um über den finanziellen Verlust zu sprechen. Es sei nicht auszuschließen, dass sich der Gemeinderat mit einem Zuschussgesuch der Bergwacht befasst, sagt der Rathauschef. Vorher könne er natürlich keine Zusage machen. Unbestritten sei, dass die Bergwacht sehr viele Einsätze habe und auch das Gebiet nicht klein sei. „Dass der Rosstag als Einnahmequelle ausgefallen ist, ist wirklich schmerzhaft.“

 

Autor: gr Tegernseer Zeitung 13.9.2018

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