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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Donnerstag, 18. Mai 2017

Die Reichenhaller Bergwacht trauert um ihr langjähriges Mitglied Alfred Nürbauer

Fred ist im 96. Lebensjahr verstorben.

Die Reichenhaller Bergwacht trauert um ihr langjähriges Mitglied Alfred Nürbauer, der im 96. Lebensjahr verstorben ist. Geboren am 30.10.1921 im Schützenhaus von Schrobenhausen als Sohn des Oberförsters Josef Nürbauer war sein beruflicher Weg in die Forstwirtschaft vorbestimmt. Anfangs war er stellvertretender Revierleiter in Bad Reichenhall und wurde mit 30 Jahren Holzeinkäufer. Diesem Beruf blieb er bis ins hohe Alter von 82 Jahren treu. Über Jahrzehnte kaufte er das meiste Holz der Karlsteiner und Nonner Bauern, denen er stets kameradschaftlich verbunden war. Er wurde von den Bauern als angesehener, anständiger Geschäftsmann der alten Klasse geschätzt.

Privat war er leidenschaftlicher Bergsteiger, Kletterer und Waldmensch. Er durchstieg sieben Mal die Watzmann-Ostwand. Seine ganze Liebe und Leidenschaft galt der Bergwacht Reichenhall. Vom ehemaligen Präsidenten der bayerischen Bergwacht, Alois Glück, wurde ihm 2003 für 70 Jahre Mitgliedschaft das goldene Eichenlaub für Bergrettung und Naturschutz verliehen.

Zum 90. Geburtstag von Alfred Nürbauer meinte der damalige Leiter der Bergwacht Bad Reichenhall Dr. Klaus Burger: Es gebe wohl keinen Busch, keinen Baum, und keinen Borkenkäfer oder Holzwurm im Reichenhaller Talkessel, den der begeisterte Holzhändler Alfred nicht persönlich und mit Vornamen kenne. Burger verlieh ihm sodann offiziell den Titel Bergwacht-Ötzi, wenngleich der Vergleich hinke, denn Nürbauer sei ein Bayer und der Ötzi wohl ein Preuße, weil er mit Sandalen auf dem Gletscher unterwegs gewesen sei.

Sein wohl schlimmstes Erlebnis war der tödliche Absturz von seinem Sohn Peter zusammen mit Georg Wellenkamp am 31. März 1968 in der Rotofen-Nordwand. Er leitete die Suchaktion der Reichenhaller Bergwacht und fand die abgestürzten toten Jugendlichen kurz vor Mitternacht selbst.

Es gäbe noch viel zu erzählen aus der damaligen Zeit. Wie zum Beispiel der legendäre Bergwachtleiter, der Kamme Wiggei, am Aschermittwoch in seiner Werkstatt von der Polizei verhaftet und unter Protest abgeführt wurde. Er wurde direkt im Bürgerbräu unter großem Gelächter seiner Bergwachtkameraden wieder freigelassen. Einer der Strippenzieher war Alfred gewesen.

Trotz seiner schweren Krankheit lebte er, von der Familie und seinem Hausarzt, Georg Bergmaier, liebevoll betreut, bis wenige Tage vor seinem Tod zu Hause. Am 27.04.2017 ist Alfred im Krankenhaus Bad Reichenhall verstorben.

Auf Einladung der Familie Nürbauer kommen die Bergwachtkameraden am kommenden Freitag, 19.05.2017, nach der Dyneema-Ausbildung im Bergwachtstüberl gemütlich zusammen und wollen des verstorbenen Mitgliedes gedenken.

Autor: BW Rei N 08__2017

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