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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Mittwoch, 20. März 2013

Bergwacht Freilassing trauert um ihren stellvertretenden Bereitschaftsleiter Dr. Hubert Glässner

Erfahrener 55-jähriger Alpinist stirbt am Dienstag bei Lawinenunglück am Scheiblingkogel im Tennengebirge

FREILASSING (ml) – Die Bergwacht Freilassing trauert um ihren stellvertretenden Bereitschaftsleiter und verdienten Kameraden Dr. Hubert Glässner, der am Dienstag bei einem tragischen Lawinenunglück in einer Nordrinne am 2.289 Meter hohen Scheiblingkogel im Tennengebirge ums Leben gekommen ist.

Der sehr erfahrene und zuverlässige 55-jährige Skitourengeher und sein
52-jähriger Begleiter wurden gegen 13 Uhr im Aufstieg in rund 1.800 Metern Höhe im mittleren Bereich der so genannten Wies-Abfahrt von einer Lawine erfasst und mitgerissen, wobei der Begleiter seinen Lawinen-Airbag aktivieren konnte und mit einer schweren Unterschenkelverletzung auf den Schneemassen liegen blieb. Dr. Glässner wurde rund einen halben Meter tief verschüttet und von drei weiteren Tourengehern aus Golling gefunden und ausgegraben, die rund 15 Minuten später am Unfallort vorbeikamen und sofort Erste Hilfe leisteten.

Über 30 Bergretter standen für einen bodengebundenen Einsatz bereit, mussten aber nicht mehr aufsteigen, da die Hubschrauber trotz des heftigen Föhnsturms die Einsatzstelle anfliegen konnten. Die Besatzung des Salzburger
Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ brachte den schwer verletzten
52-Jährigen schließlich zum Salzburger Landeskrankenhaus. Die Besatzung des
Polizeihubschraubers „Libelle“ schaffte es, den Verstorbenen ebenfalls in Tal zu
fliegen. Die drei Tourengeher aus Golling fuhren selbständig ab. Zum
Unglückszeitpunkt herrschte mit Warnstufe 2 nur mäßige Lawinengefahr im
Gebiet, der Nordhang an der Wies gilt aber generell als labil, wobei es schon in
der Nacht von Montag auf Dienstag starken, teilweise föhnigen Südwind mit
Schneeverfrachtungen gab. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht-
Region Chiemgau kümmerte sich um die Angehörigen des Verstorbenen.

Dr. Hubert Glässer war über 38 Jahre lang, seit 1974 in der Bergwacht aktiv und
hat als Pionier die Höhlenrettungswache der Bergwacht-Region Chiemgau mit
aufgebaut. Er war seit vier Jahren stellvertretender Bereitschaftsleiter und wurde erst vor wenigen Tagen bei den Neuwahlen für die kommenden vier Jahre im Amt bestätigt. Zusammen mit Förster und Bergwachtmann Thomas Klein zeichnete er seit rund einem Jahr auf Regionalebene als Fachberater für Natur- und Umweltschutz verantwortlich. Als aktive Einsatzkraft und vollständig ausgebildeter Einsatzleiter konnte er bei vielen Notfällen in den Chiemgauer und  Berchtesgadener Bergen verunfallten, erkrankten und in Not geratenen
Bergsteigern helfen. Dr. Hubert Glässner hatte auch die komplette
Spezialausbildung für die Höhlenrettung absolviert und mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung die Gruppe rund um Peter Hogger geprägt. „Hubert war in den Bergen zu Hause. Ich war mit ihm und zwei weiteren Kameraden bereits in den 80er und 90er Jahren in vielen heimischen Höhlen unterwegs; diese Erfahrung floss dann später in den Aufbau unserer Höhlenrettungsgruppe ein. Er war ein erfahrener und zuverlässiger Bergkamerad, der deshalb erst vor einer Woche wieder als stellvertretender Bereitschaftsleiter gewählt worden ist. Wir werden ihn immer als Freund und zuverlässigen Kameraden in dankbarer Erinnerung behalten“, erinnert sich Bereitschaftsleiter Siegfried Fritsch.

Am Montag um 10 Uhr findet in der Kirche in Salzburghofen (Freilassing) eine
Verabschiedung statt.

Autor: Markus Leitner, Siegfried Fritsch

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