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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Die Entstehung der Höhlenrettungswache ab 2007

Seit dem Jahre 2009 ist die Bergwacht Freilassing "Bergwacht Höhlenrettungswache" und zuständig für die Höhlenrettung in der Bergwachtregion Chiemgau.

Chronologie der Ereignisse rund um die Entstehung der Höhlenrettungswache Chiemgau – Bergwacht Freilassing

Die Geschehnisse und Entwicklungen rund um die Entstehung der Höhlenrettungswache der Bergwacht Freilassing sind verbunden mit vielen Emotionen, komplizierten Gesprächen, schlaflosen Nächten, endlosen Telefonaten und unzähligen E-Mails mit Verantwortlichen aus Land, Region und den Nachbarbereitschaften.

Die Einsatzstruktur der Bergwacht hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert und aufgrund der modernen Einsatztaktik und -technik stand dabei nicht nur einmal im Raum, dass die Bergwacht Freilassing das gleiche traurige Schicksal ereilen könnte, wie viele andere Bereitschaften insbesondere im Norden Bayerns, aber auch zunehmend am Alpenrand. Nämlich zuerst das Abgleiten in die Bedeutungslosigkeit und letztendlich das Verschwinden.

Fakt ist und war, dass wir ohne ein fest umgrenztes eigenes Einsatzgebiet mit definierten Einsatzschwerpunkten oder zumindest einer wichtigen Aufgabe im Gesamtkonzept der Region, über kurz oder lang aus jeder Finanzierung herausfallen würden. Und folglich wohl auch irgendwann als selbständige Bergwachtbereitschaft mit einer langen Tradition verschwinden würden. Dass über die Jahrzehnte durch die Bereitschaft viele Stunden im Vorsorgedienst auf der Hütte, auf Streifen und auf Pisten sowie bei Einsätzen und anderen Aufgaben geleistet wurden, war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr relevant und für eine zukünftige Verteilung der knappen Finanzmittel auch nicht von Bedeutung. Dies konnten die Vertreter der Landesebene auch einleuchtend darstellen.

Aber was hieß das für uns: wir müssen die Zukunft kreativ gestalten, ohne dabei die Vergangenheit zu vergessen. Aber auf der erbrachten Leistung kann sich niemand ausruhen – die Aufgaben des Rettungsdienstes werden heute und in der Zukunft erbracht. Beispiele für die Umsetzung notwendiger Veränderungen gibt es einige. Zum Beispiel wurden in nicht versorgten Gebieten neue Rettungswachen geschaffen: in Zusammenarbeit mit Bereitschaften, die bereit waren, sich zu bewegen - oder auch ganz neu mit Interessierten aus den entsprechenden Bereichen.

Der Anfang der jetzt stattfindenden und aus meiner Sicht für den Fortbestand der Bergwacht Freilassing auch notwendigen Veränderungen begann schon vor einigen Jahren und wird sicherlich auch erst in einigen Jahren abgeschlossen sein. Hierzu ein natürlich etwas vereinfachter chronologischer Ablauf der wichtigsten Ereignisse und deren Hintergründe:

2005 Wir stellen den Antrag auf die Ersatzbeschaffung eines BW-Fahrzeugs aus Mitteln des Staatshaushalts. Bei der letzten eigentlich angefallenen Ersatzbeschaffung unseres alten Fahrzeugs wurden wir faktisch schon übergangen und mussten das neue Fahrzeug der Bergwacht Bad Reichenhall überlassen - und dafür deren ca. 5 Jahre alten VW-Bus übernehmen.

Aber auch diese Neubeschaffung verzögerte sich wieder aufgrund  von Unklarheiten über den Typ des neuen Fahrzeugs (Geländefahrzeug Toyota oder Bus) und der künftigen Verwendung des neuen Fahrzeugs. Und der Frage, ob die Bergwacht Freilassing überhaupt noch ein Fahrzeug aus Staatsmitteln erhalten kann, da wir kein eigenes Einsatzgebiet haben und auch nicht den Status einer Rettungswache innehaben.

Überlegungen werden angestellt, ob ein neues Fahrzeug nach Bad Reichenhall kommt, das wir dann mit nutzen können und ähnliches. Die Argumentation als Einsatzfahrzeug für den Pistendienst wird zurückgewiesen, da für den Vorsorgedienst auf Pisten oder den Naturschutz Rettungsfahrzeuge aus Staatsmitteln nicht genutzt werden dürfen. Darauf werden wir auch deutlich hingewiesen.

2006 Wir bekommen eine Zusage für die Neubeschaffung eines Fahrzeugs, ungeklärt sind nach wie vor die Art und die Verwendung. Letztendlich wird es ein Mercedes Vito Iglhaut. Nach einem strategischen Gespräch mit Regionalleitung, Geschäftsführung und der erweiterten Bereitschaftsleitung ist die Zusage zur Neubeschaffung verbunden mit ganz neuen Anforderungen an uns: wir müssen die Einsatzfähigkeit des Fahrzeugs rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr mit Fahrer sicherstellen. Unsere Aufgabe ist die Unterstützung aller anderen Bergwacht Rettungswachen in der Region für Einsätze mit Fahrzeugbedar.f Das neue Fahrzeug wird mit Kommunikationsmittel ausgestattet und wir errichten eine Unterstützungsgruppe Funk (UG Funk) für die Region Chiemgau.

Es entsteht unsere Fahrbereitschaft, die von Klaus Kronawitter jahrelang unermüdlich organisiert und damals insbesondere von 11 älteren Kameraden sichergestellt wurde. Thomas Läpple baute die UG Funk auf und nahm organisatorisch auch den späteren Ausbau des Fahrzeugs in die Hand.

2007 Die geplanten Veränderungen in der Bergwacht Bayern werden auf den Regionalsitzungen vorgestellt. Es werden Einsatzbereiche mit drei bis fünf Bereitschaften in ganz Bayern gebildet. In der Region Chiemgau werden 4 Einsatzbereiche gebildet.  Es werden Einsatzleitgruppen aus 10 bis maximal 15 erfahrenen Mitgliedern (Einsatzleiter) der Bereitschaften mit einem Einsatzgebiet gebildet. Die Integration der „gebietslosen“ Bergwacht Freilassing ist deswegen nach wie vor nicht gelöst. Letzendlich wird die Bergwacht Freilassing wird Unterstützende Bergwacht wie auch Altötting und Traunstein. Zwei neue Rettungswachen gibt es aber auch: Marquartstein und Anger. Was das für die Bedeutung der betroffenen Bereitschaften heißt, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen. Klar ist aber, dass für Unterstützende Bergwachten nur mehr wenige Mittel zur Verfügung stehen und Beschaffungen aus dem Staatshaushalt eher die Ausnahme werden. Es wird eine bayernweite Strukturkommission bestellt, die diese Veränderungen plant und vorbereitet und dann zu einem bestimmten Stichtag die örtlichen Notwendigkeiten prüft und genehmigt. Bei Bedarf sind räumliche Anpassungen vorzunehmen und die Bereitschaften müssen sich entsprechend der Erreichbarkeit der Einsatzschwerpunkte bewegen. In diesem Jahr etabliert sich - im Rückblick ganz entscheidend für die Zukunft der Bereitschaft - ein vorerst vierköpfiger Voraustrupp für die Höhlenrettung, der gut vernetzt mit den schon bestehenden Bergwacht-Höhlenrettungsgruppen in München und Rosenheim ist.

2008  Aus der Regionalleitung kommt die Anfrage, ob die Bergwacht Freilassing für die Region Chiemgau einen Höhlenrettungstrupp stellen kann, da dies in der neuen Bergwachtordnung und im Rettungsdienstgesetz so vorgesehen sein wird. Analog zu den Einsatzgruppen für Canyoning, KID und Hundeführer. „Ihr habt´s doch da a paar Leut, die gern in Höhlen unterwegs san – und an Lehrgang ham´s ja a scho gmacht.“ Tatsächlich hatten Hubert Glässner, Sigi Fritsch und Peter Hogger im Vorjahr 2007 an einem Lehrgang für Höhlenrettung teilgenommen, Tobi Kronawitter hatte einen derartigen Lehrgang bereits vor rund 10 Jahren besucht. Die Bereitschaftleiter Rudi Hiebl und Stellvertreter Thomas Klein sprechen das mit den betroffenen Kameraden ab – darauf folgt eine Zusage an die Region.Kurz darauf ändert sich die Lage aber erneut und die Regionalleitung will die Höhlenrettung einer Rettungswache zuordnen. Für die Bergwacht Freilassing sind damit wesentliche Punkte verbunden: der Status Bergwacht Rettungswache und deutlich mehr finanzielle Mittel für den Betrieb der Rettungswache und der Sicherstellung der Beschaffung von Material und Fahrzeug aus Staatsmitteln auch in Kombination mit den Mitteln für die Unterstützende Bergwacht.Für die Freilassinger Bergretter heißt es nun, eine Höhlenrettungswache für den Chiemgau aufzubauen. Das hieß, die notwendigen Ausbildungen und Lehrgänge für möglichst viele Mitglieder absolvieren. Die räumlichen Voraussetzungen für die optimale Unterbringung von Material und Fahrzeug bzw. den zu erwartenden Anhänger zu schaffen. Die hauptsächliche Herausforderung ist aber der  Aufbau einer funktionierenden Einsatzgruppe, die selbständig Einsätze in Höhlen im eigenen Bereich und unterstützend in Bayern, Deutschland und auch Ausland durchführen kann. Ziel ist auch die Zusammenarbeit mit den örtlich zuständigen Rettungswachen in der Region Chiemgau bezüglich Ausbildung, Personal und Koordinierung bei Einsätzen.

Auf Landesebene werden schon Pläne über die Finanzierung, Ausstattung und Struktur der Höhlenrettung geschmiedet. Die Bergwacht Freilassing beginnt mit dem systematischen Üben von Höhlenrettungen und immer regelmäßiger werden die Höhlen der Region erkundet. Ein Jahresausbildungsplan für die Höhlenrettung wird erstellt. Verantwortlicher für die Höhlenrettung in der Region wird Peter Hogger. Ende 2008 unterschreibt die Bereitschaftsleitung einen Strukturvertrag mit der Region.

2009 Am 1.1.2009 wird das neue Rettungsdienstgesetz rechtskräftig, in dem explizit die Zusammenführung von Berg- und Höhlenrettung geregelt ist und diese der Bergwacht Bayern übertragen wird. An einer neuen Ordnung für die Bergwacht Bayern wird noch gearbeitet.

Vor der Bereitschaft liegt viel Arbeit, um einsatzfähig zu werden. Es kommt ein Anhänger, eine Garage im neuen Feuerwehrhaus wird das Höhlenrettungsdepot. Im Jahr 2012 gab es zwei Mal einen Voralarm für einen Höhlenrettungseinsatz. Im Jahr 2013 sind drei Alarme, wobei der letzte zu einem Einsatz in der Lamprechtshöhle führt, wo die Bergwacht Freilassing die Höhlenrettung Salzburg bei der Versorgung und Bergung von 26 Personen aus der Schauhöhle unterstützt.

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