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Freitag, 15. März 2019

Jahresbilanz der Bergwacht Hinterstein

Einsätze haben sich in den letzten acht Jahren verdoppelt - Vier Menschen verunglückten 2018 tödlich

Über ein breit gefächertes Einsatzspektrum konnte die Bergwacht Hinterstein, jüngst bei ihrer Jahreshauptversammlung berichten. Die Einsätze des vergangenen Jahres reichten vom Lawineneinsatz, über tödliche Abstürze, bis hin zu Tierrettungen.

Klar zu erkennen sei der derzeitige Boom im Bergsport, was sich wiederum auch an den Einsatzzahlen wiederspiegelt, so Bereitschaftsleiter Raphael Müller. Waren es bis zum Jahr 2010 noch zwischen 30 und 40 Einsätze pro Jahr, so waren die Hintersteiner Retter in der vergangenen Saison bei 75 Einsätzen gefordert, also fast doppelt so oft. Die Tendenz der letzten Jahre zu immer mehr Einsätzen setzte sich denmach fort. In 44 Fällen wurde ein Hubschrauber zur Unterstützung angefordert, hiervon wiederum war 28 mal der in Durach stationierte Christoph 17 am öftesten im Einsatz. Insgesamt vier mal musste man bei der Bergung von tödlich verunglückten Menschen mitwirken. Einer der emotionalsten Einsätze des vergangen Sommers, war die Bergung einer jungen Bergsteigerin, die am Hindelanger Klettersteig in den Tod stürzte. Bei diesem Einsatz hob Müller besonders die wichtige Arbeit des Kriseninterventionsdienstes (KID-Berg) hervor. Dies sind speziell geschulte Bergwachtfrauen und -männer die sich in solchen Fällen um die Angehörigen und Hinterbliebenen kümmern.

Außergewöhnlich oft waren die Bergwächtler vergangenes Jahr mit Hunden konfrontiert. So musste ein Vierbeiner betreut und geborgen werden, nachdem sein Herrchen tödlich am Breitenberg abgestürzt war. Weiter musste ein Hund im Bereich Schrecksee gesucht und anschließend aus unwegsamen Gelände abgeseilt werden. Einen abgestürzten Hund konnten die Helfer nur noch Tod aus einer Klamm bergen.

Zusätzlich waren die Mannschaft, in Zusammenarbeit mit der Bergwachten Hindelang und Immenstadt an insgesamt 290 Pisteneinsätzen im Skigebiet Oberjoch beteiligt.

In seiner Rede bedankte sich der Hintersteiner Bereitschaftsleiter wieder besonders bei allen Arbeitgebern, die wochentags ihre Angestellten für Rettungseinsätze frei stellen. Ohne deren Entgegenkommen wären die vielen Einsätze, die zu einem großen Teil auch während der normalen Arbeitszeiten stattfinden, nicht zu bewältigen.

Bad Hindelangs Bürgermeisterin Dr. Sabine Rödel zeigte sich beeindruckt von den Berichten und vorgelegten Zahlen und bedankte sich im Namen der Gemeinde für die geleistete Arbeit. Das Engagement der Bergwacht verdiene höchste Anerkennung. Bei Anliegen an die Gemeinde könne man jederzeit bei ihr anklopfen.

Peter Eisenlauer, Regionalleiter der Bergwacht Allgäu, bestätigte den steigenden Trend im Bergsport. Der Anspruch an die Retter werde immer höher, ebenso aber auch der Anspruch der Geretteten. Man solle den Trend als Aufgabe sehen und kreativ in die Zukunft blicken, gab er der Versammlung mit.

 

 

Lawinenabgang am "Zeiger" im März 2018 mit glimpflichem Ausgang. Ein Skifahrer wurde teilweise verschüttet aber glücklicherweise nicht verletzt.

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