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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Montag, 25. April 2016

Jahreshauptversammlung der Bergwacht Bergen

Hohe Motivation und guter Ausbildungsstand bei der Bergwacht Bergen

Eine hohe Motivation und einen guten Ausbildungsstand attestierte der Bereitschaftsleiter der Bergwachtbereitschaft Bergen, Dr. K.K. seiner Mannschaft bei der Jahreshauptversammlung 2016 im Bergwachthaus auf dem Parkplatz der Hochfelln-Seilbahn, zu der er neben der fast vollständig versammelten Mannschaft auch die Bürgermeister der Gemeinde Bergen, S.S. und H.B. sowie den Förster C.L. begrüßen konnte. Er machte die Motivation und den Ausbildungsstand fest, am Ablauf der 31 Bergrettungseinsätze des vergangenen Jahres, an der regen Teilnahme an den Ausbildungen und Übungen und an dem Engagement, sich im Rahmen der Bergwacht auch weit über den eigentlichen Rettungseinsatz hinaus zu engagieren.

 

Nach dem Gedenken an die im Jahr 2015 verstorbenen Mitglieder und Förderer gab er seiner Freude Ausdruck, dass die Bergwacht Bergen auf 50 aktive Mitglieder angewachsen ist und sich 4 weitere Mitglieder derzeit als Anwärter in der Ausbildung befinden. Fast 160 inaktive Fördermitglieder unterstützen die Bereitschaft darüber hinaus mit finanziellen Zuwendungen und verschiedensten Unterstützungsleistungen außerhalb des Bergrettungsdienstes.

 

Danach ging Dr. K. nochmals auf die 31 Einsätze des vergangenen Jahres – 7 davon mit Hubschrauberunterstützung - ein, die nach seiner Bewertung alle souverän, sicher und zur Zufriedenheit der Patienten abgewickelt worden sind. Er freute sich, dass mit Ausnahme einer Totenbergung alle Verunfallten schnell gefunden, erstversorgt und - wo immer notwendig - einer weiteren Anschlussbehandlung zugeführt werden konnten. Mit insgesamt 36 beteiligten Rettern konzentriert sich die Hilfe dabei nicht nur auf einen kleinen „harten Kern“ von Helfern, sondern fordert die gesamte Bereitschaft. Umso mehr freute er sich daher, dass alle Einsätze im Jahr 2015 in der gewohnt professionellen Art und ohne Schaden für die Retter abgelaufen sind.

 

Auch bei der Unterstützung der Naturschutzprüfung für die Region, bei der Schwendaktion in Bründling, dem Hochfelln-Berglauf und beim Arbeitseinsatz an der Bergwachthütte in Bründling waren im vergangenen Jahr wieder viele Einsatzkräfte aktiv.

 

Sein Dank galt besonders denjenigen Bergwachtmitgliedern, die sich zusätzlich als Einsatzleiter im Einsatzleitbereich Achental, bei der Skiwacht am Hochfelln, im Kriseninterventionsdienst Berg (KID), in der Diensthundestaffel, als Ausbilder oder in Führungspositionen innerhalb der Bergwacht Bayern weit über den Bereich Bergen hinaus engagieren.

 

Obwohl durch das in 2015 entfallene Gartenfest auf dem Pattenberg ein deutlich geringerer Betrag bei den Einnahmen zu verbuchen war, sieht Dr. K. die Bereitschaft dennoch Dank der Förderer und Spenden auf einer soliden finanziellen Grundlage. Ca. ¾ der Einnahmen wurden selbst erwirtschaftet und nur ca. ¼ war vom Land, der Region und der Gemeinde als Zuschuss notwendig gewesen. So konnte die notwendige Ergänzung und Neubeschaffung von Einsatzausrüstung und der unter anderem mit einem speziellen Defibrillator für den Bergeinsatz doch ziemlich zu Buche schlagende medizinische Bedarf ausschließlich aus Eigenmitteln finanziert werden.

 

Ein erstmalig angebotener Erste-Hilfe–Kurs für Angehörige, bei dem es neben den üblichen Themen wie Wundversorgung und Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) vor allem um die Versorgung von Kleinkindern und Babys ging, wurde sehr gut angenommen. Aber auch für die für eine ehrenamtlich arbeitende Gemeinschaft wichtige Geselligkeit war im vergangenen Jahr Zeit und Raum geblieben. Dr. K. K. erinnerte nochmals an die Ausrichtung des wieder sehr gut besuchten Bergwachtkranzls und an den Gemeinschaftsausflug in den Gosaukamm, der mit Bademöglichkeit, Wanderwegen, Klettersteigen und Kletterrouten für alle etwas zu bieten hatte. Darüber hinaus erwähnte er die Beteiligung beim Ferienprogramm der Gemeinde, die Bergwachtmesse auf dem Hochfelln, die Beteiligung am Dorfschießen, wo ein 2. Platz errungen werden konnte, das Bergwacht-Schafkopfrennen und das Jahresabschlussessen.

 

Der Finanzverantwortliche, T.O. konnte trotz der notwendigen Ausgaben und trotz dem Ausfall des Pattenbergfestes einen zufrieden stellenden Kassenstand ausweisen. Die Kassenprüfung durch W.K. und F.A. ergab keinerlei Unstimmigkeiten, so dass Vorstand und Finanzverantwortlicher einstimmig entlastet werden konnten.

 

Durch den Vortrag von P.H. aus dem Bereich der Ausbilder wurde deutlich, dass die zunehmend umfangreiche Sanitätsausstattung, die modernen technischen Such- und Bergemöglichkeiten, Dokumentationsverpflichtungen und die Einführung des digitalen Funkbetriebes die Ausbildung zunehmend anspruchsvoller gestaltet. Er zeigte sich daher dankbar, dass gerade in den Reihen der jungen Bergwachtmitglieder viele bereit sind, sich mit großem Engagement und technischem Sachverstand mit den neuen Gerätschaften vertraut zu machen und sich so als Multiplikatoren in die Ausbildung einbringen.

 

Als Bestätigung ihrer Arbeit wertete er und die anderen Ausbilder die sehr gute Beteiligung bei den Ausbildungsabenden und Übungen und die erfolgreiche Teilnahme der Anwärter an den verschiedenen Prüfungs-Modulen.

 

G.H., der in der Bereitschaft die Sanitätsausbildung koordiniert, unterstrich die besonderen Anforderungen, die mit der rasanten Entwicklung und den Veränderungen im Bereich der medizinischen Versorgung verbunden sind und zeigte sich sehr erfreut darüber, mit 2 Ärzten und einigen sanitätsdienstlich ausgebildeten Fachkräften einen Stamm professioneller Ausbilder im eigenen Bereich zu haben. Dies ermöglicht eine stets aktuelle, intensive und praxisnahe Ausbildung auf hohem Niveau.

 

M.S., der sich in der Bereitschaft unter anderem als Naturschutzwart engagiert, berichtete über die im Jahr 2015 erfolgreich im Bereich Hochfelln durchgeführte Naturschutzprüfung für 16 Teilnehmer aus der gesamten Region, die von allen erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Mit einigen Bildern ließ er nochmals die Renovierungsarbeiten an der Bergwachthütte Bründling Revue passieren.

 

Über den Einsatz des noch relativ neuen Technikbusses berichtete C.S., der sich gemeinsam mit 3 weiteren Kameraden der Bereitschaft in diesem Bereich eingearbeitet hat. Dieser, der Region Chiemgau zugeordnete und in Siegsdorf stationierte VW-Bus, dient mit seiner Computer-, Büro- und Funkausstattung als mobile Einsatz- und Leitzentrale. Bei Suchen kann er darüber hinaus mit Handyortung, Wärmebildkamera, Teleskop und einer ferngesteuerten Drohne unterstützen. Dieser Bus wurde im vergangenen Jahr bei 7 größeren Alarmierungen mit hinzugezogen, macht die Einsatzleitung auch abseits fester Infrastruktur führungsfähig und kann die Zeit zum Auffinden einer verletzten oder vermissten Person deutlich verkürzen.

 

E.B. berichtete über einen befriedigenden Hunde- Personal- und Ausbildungsstand im Bereich der Suchhundestaffel Chiemgau, die im Jahr 2015 mit 2 Lawineneinsätzen und 7 Sucheinsätzen gut gefordert gewesen ist.

 

Der Kriseninterventionsdienst Berg (KID) war im vergangenen Jahr bei 19 bereitschaftsübergreifenden Einsätzen gefordert. Aufgabe der 14 aktiven Kameraden /-innen des KID war die Begleitung und Betreuung der Angehörige von Vermissten und Unfallopfern oder auch die traurige Aufgabe, Todesnachrichten zu überbringen.

 

Der erste Bürgermeister der Gemeinde Bergen, S.S., konnte in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Bergwacht Bayern einige Hintergrundinformationen aus der Landesleitung geben und von den besonderen Herausforderungen im laufenden Jahr berichten, die die Umstrukturierung der Skiwacht und die fortschreitende Umrüstung auf Digitalfunk mit sich bringen. Mit dem Einsatz zusätzlicher hauptamtlicher Kräfte und einem soliden finanziellen Unterbau sieht er die Bergwacht Bayern ebenfalls gut auf zukünftige Herausforderungen eingestellt. In seiner Funktion als Geschäftsführer der Hochfellnseilbahn dankte er für die gute Zusammenarbeit und stete Einsatzbereitschaft.

 

Da S.S. sich selber wegen seiner langjährigen Mitgliedschaft bei der Bergwacht als „befangen in der Bewertung dieser Organisation“ sah, übergab er die Bitte um ein Grußwort der Gemeinde Bergen an seinen Stellvertreter, H.B.. Dieser dankte in seiner Funktion als 2. Bürgermeister der Bergwacht Bergen für das große Engagement, die ehrenamtliche Tätigkeit, die Verlässlichkeit und für die stete Bereitschaft, sich immer wieder in Ausbildung und Einsatz neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen.

 

Abschließend ergriff nochmals Dr. K. K. das Wort. Er bedankte sich bei all den vielen Helfern und Unterstützern, die wieder zu einem guten und erfolgreichen Jahr beigetragen hatten und bei deren Angehörigen, die dem ehrenamtlichen Engagement ihrer Partner viel Verständnis entgegen bringen.

 

Darüber hinaus bedankte er sich bei der Gemeinde, bei Pater G. und F.J.S. für die Vorbereitung und Durchführung der Bergwachtmesse, der Hochfelln-Seilbahn, dem Forstamt und bei allen direkten und indirekten Förderern, die die erfolgreiche Arbeit der Bergwachtbereitschaft Bergen erst möglich machen.

 

C.N.

 

Autor: Bergwacht Bergen

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