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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Sonntag, 9. Oktober 2016

"Absturz eines Heißluftballons"

Großübung mit mehreren Rettungsorganisationen

Ein Heißluftballon war im Bereich Rottauer Tal abgestürzt, 12 bis 15 teils schwerst Verletzte, so lautete das Meldebild bei der Großübung am Samstag, 08.10.2016. An der Übung beteiligt waren die Bergwachtbereitschaften aus Grassau, Marquartstein, Bergen, Schleching und Sachrang-Aschau, die Feuerwehren aus Rottau und Grassau, das BRK Achental und die Polizei Grassau. Organisiert wurde die Übung von der Bergwacht Grassau.

Die zuerst eingetroffenen Rettungskräfte der Feuerwehr Rottau lokalisierten den abgestürzten Heißluftballon und begannen sogleich mit der Brandbekämpfung rund um die Absturzstelle. Erste Unfallopfer, die verwirrt im Gelände umherirrten und teilweise auch vor den Rettungskräften flüchteten, mussten aus dem Gefahrenbereich in eine Sammelstelle gebracht werden, die von den Einsatzkräften der Feuerwehr Grassau eingerichtet wurde.

Ein Voraustrupp der Bergwacht mit Bergwacht-Notarzt stieg zu den schwerer Verletzten im Steilgelände ab und verschaffte sich einen Überblick über den Grad der Verletzungen, um die Notwendigkeit der Rettung zu kategorisieren. Währenddessen trafen nach und nach die weiteren Einsatzkräfte der Bergwachten ein und bauten eingeteilt in mehrere Rettungstrupps einzelne Seilstationen für die Rettung aus dem Steilgelände auf.

Wegen Behinderungen auf der Forststraße war die Anfahrt für einige Rettungskräfte nicht möglich. Unter anderem konnten die BRK-Kräfte SEG Behandlung Achental und die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung nicht anfahren und somit verzögerte sich auch die Einrichtung der Unfallhilfsstelle. Dadurch konnten die bereits geretteten Unfallopfer nicht abtransportiert werden und mussten weiterhin in der Sammelstelle betreut werden. Hier arbeiteten unter dem Kommando des leitenden Notarztes verschiedene Ärzte und Sanitäter von Feuerwehr und Bergwacht zusammen.

Im weiteren Umgriff um die Einsatzstelle wurden weitere Personen gesichtet und der Einsatzleitung gemeldet. Einige dieser Personen waren dann durch die Rettungskräfte nicht mehr aufzufinden. Zudem waren zwischenzeitlich die Aussagen aus den von der Polizei durchgeführten Zeugenvernehmungen hinsichtlich der Anzahl der Personen im Korb des Heißluftballons sowie der Helfer am Boden während der Explosion, die zum Absturz führte, sehr widersprüchlich, so dass mit mehr als 20 Unfallopfern gerechnet werden musste, die noch nicht vollständig lokalisiert waren. Folglich wurden aus den verfügbaren Einsatzkräften von Feuerwehr und Bergwacht Suchtrupps gebildet, die das Gelände nochmals weiträumig absuchten. Nach intensiven Befragungen konnte schließlich aber die Anzahl der Unfallbeteiligten auf 15 eingeschränkt und die Suche damit wieder eingestellt werden.

Nachdem am Stachus die Unfallhilfsstelle eingerichtet war, musste noch der Abransport der Verletzten dorthin und in die umliegenden Krankenhäuser koordiniert werden. Dies erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Einsatzleiter Rettungsdienst und dem Einsatzleiter Bergwacht. Zweieinhalb Stunden nach Alarmierung waren alle Unfallopfer gerettet und die weitere Versorgung geregelt, woraufhin die Übung beendet wurde.

Anschließend sammelten sich alle Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus Grassau. Die 2. Bürgermeisterin der Marktgemeinde Grassau, Doris Noichl, bedankte sich im Namen der Gemeinde bei allen für das große ehrenamtliche Engagement und lud zur gemeinsamen Brotzeit ein. Die mehr als 100 Übungsteilnehmer nutzten die Gelegenheit zur Nachbesprechung und zum Erfahrungsaustausch.

Autor: Josef Grießenböck

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