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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Samstag, 2. Februar 2013

Winterübung 2013 der Bergwacht Marquartstein

Die Übung für den Ernstfall

Layla wittert aufgeregt. Vor ihr liegt ein Lawinenfeld, irgendwo unter den Schneedecke muss ein Mensch sein. Laylas Hundeführer Jürgen Triebler schickt seinen Suchhund mit einem knappen Befehl los. Routiniert läuft der Hund das Feld in gleichmäßigen Linien ab. Bereits nach eineinhalb Minuten schlägt er an und zeigte durch kurzes Scharren seinen Sucherfolg an. Das Lawinenopfer ist gefunden. Dieses Mal ist die Suche für den Hund ein schönes Spiel, für das er belohnt wird. Im Ernstfall kann das Tier Leben retten.
 

Die Übung für den Ernstfall, die jährliche Winterübung  der Bergwacht Marquartstein, fand dieses Jahr im Bereich der Bergwachthütte am Hochgern statt. Das Lawinenfeld  wurde zwischen Bergwachthütte und Gernalm angenommen. 20 Bergwachtmänner übten die schnellstmögliche Anfahrt zum Einsatzort an der Lawine, die Ortung eines Verschütteten mit dem VS-Gerät und zur Freude von Layla, die Suche mit dem Hund.


Die schnelle Anfahrt garantierte das Quad der Bergwacht, ausgerüstet mit Gummi-Metall-Ketten für den Winterbetrieb. Der Akja, der Rettungsschlitten der Bergwacht, wurde mit einer speziellen Deichsel an das Quad gehängt. Testhalber hängten sich noch sechs Bergwachtleute auf Skiern mit Seilschlaufen an das Quad. So gelangten acht Bergwachtleute innerhalb kürzester Zeit zum Übungsort. Weitere Bergwachtler waren mit Tourenskiern aufgestiegen.

 

Bereits am Vortag war eine stabile Schneehöhle in einem Meter Tiefe angelegt worden. In diese Höhle wurde kurz vor der Übung ein Bergwachtmann als fiktives Lawinenopfer eingegraben, zur Sicherheit ausgerüstet mit Funkgerät, Lawinensonde und VS-Gerät. Dann kam Layla zum Einsatz. Niemand darf sie ansprechen oder gar streicheln, bevor sie auf das Lawinenfeld geht. Voll konzentriert soll sie die Witterung des Verschütteten so schnell wie möglich aufnehmen.

Nach dem Auffinden wurde der „Lawinenverschüttete“ vorsichtig von der Seite her freigelegt. Sehr zur Begeisterung des Hundes, der durch das Loch den ersten Kontakt mit dem Vergrabenen aufnahm und seine Belohnung in Form einer Leckerei entgegennahm. Aufmerksam beobachtete der Hund dann das weitere Ausgraben und die Bergung und Erstversorgung des „Lawinenopfers“ unter Aufsicht und Anleitung des Bergwachtarztes Felix Jahn.


Der nächste Übungspunkt war die Suche mit dem VS-Gerät. Mehrere Geräte waren in verschiedener Tiefe vergraben worden, die nacheinander innerhalb weniger Minuten zu orten waren. Das möglichst schnelle Auffinden des VS-Gerätes war dann das Erfolgserlebnis für die menschlichen Suchkräfte. Beim folgenden Sondieren sollte das Einstechen im richtigen Winkel geübt und ein Gefühl dafür entwickelt werden, wenn die Sonde auf einen Körper trifft. Das Ausbilderteam sicherte die Erfahrungen in einer abschließenden Nachbesprechung in der Diensthütte Kaltenbrunn.


Auch wenn es möglich ist, dass Hund oder Bergwacht, wenn sie am Unfallort sind, oft innerhalb weniger Minuten einen Verschütteten finden, sollten Skitouren- und Schneeschuhgeher wissen, dass die Kameradenrettung innerhalb der ersten zehn Minuten nach der Verschüttung für den Verunglückten die besten Überlebenschancen bietet. Dazu sollten die Tourengeher nicht nur konsequent Schaufel, Sonde und VS-Gerät dabei haben, sondern mit diesen Ausrüstungsgegenständen auch selbst regelmäßig üben. Nur wer trainiert, nutzt den Zeitfaktor, denn auch der schnellste Bergwachteinsatz selbst mit dem Hubschrauber kostet wertvolle Zeit.

Autor: Bergwacht Marquartstein

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