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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Dienstag, 12. August 2014

Große Such- und Bergeübung der Bergretter aus Marquartstein, Reit im Winkl, Schleching und Kössen im Taubenseegebiet

Eine gemeinsame Such- und Bergungsübung mit vier Bergwacht-Bereitschaften fand im Taubensee-Gebiet statt, in dem die Einsatzbereiche der Bergwachten Marquartstein, Schleching, Reit im Winkl und der Bergrettungsgruppe Kössen zusammenstoßen.

Da in diesem Gebiet in letzter Zeit mehrere Vermissten-Sucheinsätze nötig waren, hatte der Marquartsteiner Einsatzleiter Christian Auer eine gemeinsame Suchübung der Bereitschaften initiiert und geplant. Zum Szenario gehörte der Absturz einer Frau im Steilgelände. Fiktiv hatte ihre unverletzte Tochter noch einen Notruf mit dem Handy absetzen können, bevor die Verbindung abbrach und deshalb keine genauere Ortung der Abgestürzten vorgenommen werden konnte. Also mussten alle Bereitschaften zur Vermisstensuche ausrücken.

Die Bergwacht Schleching suchte den Kroatensteig ab, die Bergwacht Reit im Winkl  die Premiumwanderwege, die Bergwacht Marquartstein stieg über die Steige am Vogelspitz und den Luftbodensteig auf und auch die Tiroler Bergretter aus Kössen suchten auf der österreichischen Seite des Taubensees nach der Vermissten. Treffpunkt für alle war das Suchzentrum Stoibenmöser-Alm östlich des Taubensees.

 

Im Bereich des östlichen Luftbodensteiges wurden dann von einer Suchmannschaft die abgestürzte Frau und ihre Tochter in steilem Waldgelände aufgefunden und ein Bergeteam mit Notarzt angefordert.

Das kleine Mädchen wurde aus dem steilen Steig geführt und ein „internationales“ Bergeteam seilte den Notarzt mit Ausrüstung und die Gebirgstrage mit Vakuumbett und Rettern ab in die Steilrinne, in der die Verletzte lag. Mit Infusion, Stiff Neck und einer Armschiene versorgt wurde die Frau im Vakuumbett stabilisiert und in der Gebirgstrage in gangbares Gelände abgeseilt. Von dort wurde sie kurz vor Einbruch der Dunkelheit zum wiederum fiktiven Hubschrauber gebracht.

Das Ziel dieser Übung waren vor allem die Zusammenarbeit aller beteiligten Bergretter und auch die medizinische Versorgung und der Abtransport.

Treffpunkt für die Nachbesprechung der realitätsnahen Übung war die Stoibenmöseralm. Der Marquartsteiner Einsatzleiter konnte gut drei Stunden nach dem „Alarm“ ein erfolgreiches Übungsende melden und seine Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit der über 25 Bergretter und Bergretterinnen ausdrücken.

 

Als das Hauptproblem bei einem derartig  groß angelegten Einsatz mit zahlreichen Suchgruppen und Fahrzeugen stellte sich eine reibungslos funktionierende Kommunikation heraus. Vor allem der Kontakt mit den Bergrettern aus  Kössen hatte sich anfangs schwierig gestaltet, da wegen unterschiedlicher Funksysteme nur die Möglichkeit bestand, über Handy zu kommunizieren. Im Nahbereich der „Unfallstelle“ hatte es dagegen nach dem Austausch eines Funkgerätes keinerlei Probleme bei der Abseilaktion gegeben, obwohl sich die technische Ausstattung im Detail durchaus unterscheidet.

Unterstützt wurde die Übung außerdem noch von einem Einsatzleiter Achental aus Bergen und zwei Männern der Bergwacht Traunstein mit dem „Technik-Fahrzeug“ der Bergwacht Chiemgau. Dieses Fahrzeug mit Spezialausrüstung fungierte auf der Stoibenmöseralm als Funk-Relais, dokumentierte den gesamten Funkverkehr und ermöglichte dem Einsatzleiter per Live-Tracking, auf dem Bildschirm über GPS-Daten die Wege der einzelnen Suchgruppen live zu verfolgen.


Alle Beteiligten waren sich einig, dass derartige gemeinsame und auch grenzüberschreitende Übungen absolut sinnvoll und lehrreich seien und unbedingt öfters durchgeführt werden sollten.

Autor: Bergwacht Marquartstein

Die "Abgestürzte" wird in der Gebirgstrage abgeseilt

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