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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Samstag, 14. Mai 2016

30-Jährige stürzt am Fuderheuberg mehrere hundert Meter tödlich ab

Bergwacht und Polizei finden Bischofswiesenerin und ihren Hund tot in einer Rinne in rund 760 Metern Höhe am Geißaibl oberhalb des Pidinger Campingplatzes

PIDING/STAUFENBRÜCKE – Eine 30-jährige Bischofswiesenerin und ihr Jack-Russell-Terrier sind vermutlich bereits am Mittwoch mehrere hundert Meter tief vom Gipfelgrat des Fuderheubergs tödlich abgestürzt. Eine Suchmannschaft der Reichenhaller Bergwacht fand am Donnerstagnachmittag gegen 15.45 Uhr in einer Rinne am Geißaibl zunächst den toten Hund und dann die Frau, nachdem der Lebensgefährte der Vermissten am Nachmittag die Polizei informiert hatte.

Die 30-Jährige war bereits am Mittwoch zusammen mit ihrem Hund zu einer Bergwanderung aufgebrochen, hatte aber ihrem Freund nicht gesagt, wohin sie gehen wird, sodass eine größere Suchaktion erst am Donnerstag ausgelöst wurde, nachdem das von ihr benutzte Auto am Wanderparkplatz an der Staufenbrücke gefunden worden war. Die Leitstelle Traunstein alarmierte gegen 14.50 Uhr den Einsatzleiter der Bergwacht, der daraufhin mit insgesamt 20 Einsatzkräften der Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger, sieben Alpinbeamten der Polizei sowie drei Suchhunde-Teams der Bergwacht-Lawinenhundestaffel Chiemgau systematisch die Steige und Rinnen auf den Fuderheuberg und das Geißaibl absuchen ließ. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte vom Polizeihubschrauber „Edelweiß 3“, einem Lagezentrum in der Reichenhaller Bergrettungswache und dem Team des Technikbusses der Bergwacht Chiemgau, das über ein besonders starkes Fernrohr verfügt und die Rinnen vom Tal aus absuchte.

Die Wirtsleute des Staufenhauses hatten mitgeteilt, dass die Vermisste nicht am Reichenhaller Haus eingekehrt war und der Freund der Vermissten wusste, dass sie die Absicht hatte, im Frühjahr auf den Fuderheuberg zu gehen; deshalb konnte das Suchgebiet ein wenig eingegrenzt werden. Insgesamt fünf Teams waren auf verschiedenen Steigen in Richtung Gipfel unterwegs und stellten sich auf eine aufwendige und zeitintensive Suche ein, als gegen 15.45 Uhr eine Mannschaft am Steig vom Pidinger Campingplatz zum Geißaibl zunächst den Hund und dann die Frau tot in einer dort rund 20 bis 30 Grad steilen Rinne entdeckte.

„Edelweiß 3“ setzte per Winde einen Polizeibergführer und einen weiteren Bergwachtmann an der Einsatzstelle zur Unfallaufnahme ab. Die 30-Jährige wurde dann mit der Winde geborgen und per Hubschrauber in die Hochstaufen-Kaserne ausgeflogen, wo der Bergwacht-Notarzt den Tod bestätigte. Aufgrund einer aufziehenden Schlechtwetter-Front mit Nebel und Starkregen war höchste Eile geboten. Durch den Abwind des Hubschraubers bei der Bergungsaktion brach ein beschädigter Baum auf halber Stammhöhe ab und stürzte direkt unterhalb der Retter in den Graben, wobei aber zum Glück niemand verletzt wurde. Die Einsatzkräfte fanden dann noch oberhalb auf einem querverlaufenden Jägersteig den Rucksack, den die Frau beim Sturz ins Tal verloren hatte.

Den ersten polizeilichen Ermittlungen zufolge war die 30-Jährige vom Wanderweg am Gipfelgrat über mehrere hundert Höhenmeter tief abgestürzt, in die Rinne am Geißaibl gefallen und dort im flacheren, rund 20 Grad steilen Teil in rund 760 Metern Höhe liegengeblieben. Den Verletzungen nach zu urteilen war sie vermutlich sofort tot. Der Einsatz dauerte bis 19 Uhr. Fünf Mitglieder des Kriseninterventionsdienstes (KID) der Bergwacht betreuten bis 21 Uhr den Lebensgefährten und Freunde der Verstorbenen.

Autor: BW Rei E09__2016

„Edelweiß 3“ setzte per Winde einen Polizeibergführer und einen weiteren Bergwachtmann an der Einsatzstelle zur Unfallaufnahme ab.
Die 30-Jährige wurde dann mit der Winde geborgen und per Hubschrauber in die Hochstaufen-Kaserne ausgeflogen, wo der Bergwacht-Notarzt den Tod bestätigte.

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