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Donnerstag, 1. November 2018

Freilassinger Höhlenretter und Cannstadter Höhlenforscher räumen nach großer Rettungsaktion das Riesending weiter auf

Natur- und Umweltschutz wird auch unter Tage großgeschrieben: Höhlenretter der Bergwacht säubern Deutschlands längste und tiefste Höhle

MARKTSCHELLENBERG - Sack um Sack kommt nach oben, einzeln oder auch mal zwei zusammen. Blau, rot oder gelb sind sie und prall gefüllt. Am Ende liegen 15 Schleifsäcke und eine gelbe Rettungstrage auf einem großen Haufen, insgesamt ein Gewicht von gut 200 Kilogramm. Die meisten von ihnen haben einen langen Weg hinter sich, rund tausend Höhenmeter und sie kommen aus der Dunkelheit der Riesending-Höhle am Untersberg.

Aber von Anfang an: vier Jahre ist es nun schon her, dass ein schwer verletzter Höhlenforscher aus dieser Schachthöhle gerettet wurde. Insgesamt gut 220 Höhlenretterinnen und Höhlenretter transportierten damals den Verletzten über zwölf Tage mit vereinten Kräften ans Tageslicht. Das hinterlässt Spuren - und die heimischen Höhlenretter der Höhlenrettungswache Freilassing arbeiten seitdem Jahr für Jahr mit ihren Partnern an der Reinigung der Höhle. Einen großen Teil der Arbeit übernehmen dabei die Höhlenforscher der ARGE Bad Cannstadt. Sie bringen immer wieder von Forschungstouren in neue und entlegene Teile der Höhle auf ihrem Rückweg zurückgelassenes Rettungsmaterial und -gerät sowie Müll bis auf den Grund des gewaltigen 180-Meter-Schachts nach oben. Das sind Kabel, Telefonhörer, Seile, Karabiner, Bohrmaschinen und vielfach persönliche Gegenstände, die 2014 zunächst zurückgelassen werden mussten.

Aber auch Müll wie Verpackungen, Flaschen oder medizinisches Material ist darunter. „Besonders sensibler Abfall wie Akkus für Bohrmaschinen, Essensreste oder Exkremente wurde bereits unmittelbar nach dem Rettungseinsatz im Herbst 2014 vollständig geborgen“, berichtet der Freilassinger Höhlenrettungschef Rudi Hiebl. Dreizehn Höhlenretter aus ganz Südbayern schafften nun im Herbst 2018 mithilfe von zwei Winden das zwischengelagerte Material über die letzten 300 Höhenmeter zum Höhlenausgang. Hiebl: „Eine mühsame Arbeit, die auch viel Umsicht und Erfahrung aufgrund der Steinschlaggefahr erfordert. Mit großzügiger technischer und personeller Unterstützung der Bayerischen Staatsforsten beim Materialtransport konnten wir auch heuer wieder etwas für den Schutz der Natur tun - übrigens neben dem Berg- und Höhlenrettungsdienst eine satzungsgemäße Aufgabe der Bergwacht!“

Autor: Rudi Hiebl

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