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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Mittwoch, 5. Juli 2017

Schwer verletzt nach 30-Meter-Sturz in die Randkluft der Eiskapelle

Watzmann-Ostwand-Begehung einer Zweier-Seilschaft endet in rund 1.000 Metern Höhe – Bergwacht & „Christoph 14“ versorgen 42-jährigen Gilchinger und fliegen ihn per Rettungstau aus

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE – Am Mittwochnachmittag ist ein 42-jähriger Bergsteiger aus Gilching auf dem Weg in die Watzmann-Ostwand rund 30 Meter tief aus der Felswand heraus ins Seil gestürzt und in der Randkluft zwischen Eisfeld und Fels im Seil hängengeblieben; eine Zwischensicherung hielt und bewahrte den Mann vor einem weiteren Absturz. Einsatzkräfte der Bergwachten Berchtesgaden und Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ retteten den schwer Verletzten aus der relativ breiten Randkluft und flogen ihn per Tau nach Schönau aus.

Ein 50-jähriger Münchener und ein 42-jähriger Gilchinger wollten am Nachmittag die Ostwand über den Salzburger Weg bis zur Biwakschachtel durchsteigen. An der Randkluft stürzte der 42-Jährige Voraussteigende ab und stürzte in das Seil. Eine Frau an der Eiskapelle hatte den Absturz beobachtet und kurz nach 15.30 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf abgesetzt, die sofort die Bergwacht Berchtesgaden und den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ alarmierte. Der Pilot setzte im Schwebeflug zunächst zwei Bergretter an der Eiskapelle ab, wobei einer zum Patienten abseilte und gegen 16.15 Uhr Entwarnung geben konnte: Der Mann war bei Bewusstsein und hatte Verletzungen am Rückgrat und am Knie. In der Randkluft war es topographisch bedingt relativ schwierig, Funkkontakt zur Leistelle und den anderen Einsatzkräften zu halten.

„Christoph 14“ brachte weitere Einsatzkräfte vom Schneewinkl-Landeplatz aus zur Eiskapelle, darunter den Ramsauer Bergwacht-Notarzt und den Hubschrauber-Notarzt und ließ sie im Schwebeflug über die Kuve am Eisfeld aussteigen. Die Retter versorgten den nach erster Einschätzung schwer Verletzten, lagerten ihn in den Luftrettungssack um und zogen ihn per Flaschenzug etwa 15 Meter hoch aus der Randkluft, zu einer sehr breiten Aufnahmestelle. Von dort aus wurde er per Tau zum Schneewinkl-Landeplatz ausgeflogen und per Hubschrauber zum Landeskrankenhaus Salzburg transportiert. „Christoph 14“ brachte auch den unverletzten Begleiter des Mannes nach Schönau zurück.

Insgesamt 13 Einsatzkräfte der Bergwachten Berchtesgaden und Ramsau waren über mehrere Stunden im Einsatz und wurden anschließend zusammen vom nachgeforderten Polizeihubschrauber zurück nach Schönau geflogen. Die BRK-Wasserwacht stand zum Personal- und Materialtransport über den Königssee mit ihrem Rettungsboot in Bereitschaft.

Darüber hinaus waren die Bergwachten und Hubschrauber-Besatzungen während der vergangenen Tage auch bei mehreren weniger aufwendigen Einsätzen gefordert: Am Donnerstag (6.7.) gegen 8.30 Uhr musste die Bergwacht Ramsau einen verletzten Buben aus dem Wimbachgries holen und zum Kinderarzt fahren, am Mittwochabend (5.7.) gegen 19.45 Uhr retteten die Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ einen in rund 2.100 Metern Höhe im Ofental gestürzten Bergsteiger, der dann zum Salzburger Unfallkrankenhaus geflogen wurde. Am 4. Juli gegen 19.15 Uhr wurde die Bergwacht Berchtesgaden wegen eines Krankentransports von der Wasseralm alarmiert. Am 3. Juli gegen 16.40 Uhr musste die Bergwacht Ramsau ein 13-jähriges Mädchen mit Fußverletzung 200 Meter unterhalb des Wimbachschlosses versorgen und ins Tal bringen, wo es eine Krankenwagen-Besatzung des Roten Kreuzes übernahm und dann zur Kreisklinik Berchtesgaden brachte. Am Samstag, den 1. Juli wurde die Bergwacht Berchtesgaden gegen 9.30 Uhr wegen einer Knieverletzung am Viehkogel unterhalb des Kärlinger Hauses alarmiert. Am Freitag, den 30. Juni ging gegen 12.30 Uhr ein Notruf wegen Hilferufen aus der Weißbachschlucht am Mauthäusl ein. Die Bergwacht Bad Reichenhall traf den gestürzten und leicht verletzten Patienten dann schon am Mauthäusl oberhalb der Schlucht an, versorgte ihn und brachte ihn in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Am 28. Juni kurz nach 12 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden zu einem durch Steinschlag am Bein verletzten 16-Jährigen  zwischen Bootswerft und Malerwinkl am Königssee ausrücken, der dann per Rettungswagen in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht wurde. Am 27. Juni gegen 16.45 Uhr wurde die Bergwacht Ramsau wegen eines 30-Jährigen mit Sprunggelenksverletzung an der Grieshütte verständigt; die Bergretter brachten den Mann ins Tal, eine Rettungswagen-Besatzung übernahm den weiteren Transport zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

 

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