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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Dienstag, 22. September 2009

Bei Nebel von Watzmann gerettet

Nicht so leicht gestaltete sich die Rettung eines 23-jährigen Bergsteigers aus der Nähe von Erfurt von der Watzmann-Südseite. Der junge Mann war mit seinen vier Begleitern am Samstag beim Abstieg von der Watzmann-Südspitze in etwa 2.000 Metern Höhe umgeknickt, gestürzt und hatte sich am rechten Knöchel verletzt.

Zunächst erwies sich als Glücksfall, dass zwei Ramsauer Bergwachtmänner, die nach einer privaten Tour aus der Ostwand kamen, der Gruppe begegneten. Sie leisteten Erste Hilfe und halfen dem Verletzten aus der Wandstufe oberhalb des Goldbrünndls bis hinunter aufs Geröllfeld. Dort verschlechterte sich sein Zustand auch kreislaufbedingt aufgrund des auf einen Sturz naturgemäß folgenden Schocks. Ein weiterer Abstieg über den ausgespülten und in schlechtem Zustand befindlichen Steig zum Grieß schien nicht mehr möglich. So blieb ein Bergretter bei der Gruppe, während der andere zur Grießhütte abstieg und von dort aus die Bergwacht alarmierte, weil an der Unfallstelle kein Handyempfang war.

Normalerweise ist eine Hubschrauberrettung vom Goldbrünndl eine problemlose Angelegenheit, weil der Pilot dort ohne Rettungstau anlanden kann; der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ war jedoch bereits bei einem anderen Einsatz gebunden. Die Leitstelle forderte deshalb den Notarzthubschrauber „Heli 3“ aus Waidring an. Die Crew nahm nach kurzer Anflugzeit bei einer Zwischenlandung einen ortskundigen Bergretter aus Ramsau an Bord. In einem gekonnten Manöver gelang es dem Piloten noch, den Bergwachtmann auf dem schmalen Grat rechts vom Steig auszusetzen, bevor der Nebel weitere Flüge unter Sicht zunichte machte.

Mittlerweilen waren in oft schon bewährter Doppelstrategie zwei Bodenmannschaften der Bergwacht mit Motorrädern, einem Geländefahrzeug und Ausrüstung ins Wimbachgries aufgebrochen. Auch der Melder stieg wieder auf, da klar war, dass eine Rettung per Hubschrauber wegen Nebel nicht mehr möglich sein würde. Zusammen mit den Freunden des Verunglückten, der sich ein wenig erholt hatte, gelang es den Bergrettern ihn mit Seil und Gurten gesichert und auf Stöcke gestützt weiter abwärts zu führen.

Nach zwei Stunden mit zusammengebissenen Zähnen war das Wimbachgries und somit der Geländewagen erreicht. Während seine Begleiter wie geplant in der Wimbachgrieshütte nächtigten, überstellte eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes den jungen Mann zur Weiterbehandlung ins Bad Reichenhaller Kreisklinikum. Gegen 21 Uhr kehrten dann auch alle Bergretter mit ihren Fahrzeugen sicher ins Depot zurück und es hieß für diesmal wieder Einsatzende.

 

 

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