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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Chronik der Bergwachtbereitschaft Altötting

Das Geburtsjahr der Bergwachtbereitschaft liegt im Jahre 1920. Naturschutz und Aufrechterhaltung der Ordnung in den bayerischen Bergen waren die Beweggründe für die Entstehung. Durch den verlorenen Krieg war die gesellschaftliche Ordnung zerfallen und der Vandalismus machte sowohl vor der alpinen Natur als auch vor den Berghütten nicht halt.

Der Erfolg der Bergwachtmänner der ersten Stunde, fast ausschließlich Mitglieder der Münchner Alpenvereinssektionen die im Naturschutzdienst tätig waren bestätigte die Notwendigkeit der Bergwacht und führte zur Bildung weiterer Abteilungen – heute Bereitschaften und Abschnitte.

Am 24.Mai 1924 wurde in Freilassing der Bergwachtabschnitt Chiemgau gegründet dem im ersten Jahr 11 Alpenvereinssektionen und Naturfreundegruppen mit insgesamt 104 Aktiven angehörten.

Im selben Jahr wurde am 30.Juli in Anwesenheit des damaligen Abschnittleiters Fritz Jochum und dessen Stellvertreter Alfred Schädlich von 16 Alpenvereinsmitgliedern der Sektion Neu-Altötting die Bergwachtbereitschaft Altötting gegründet. Die 16 Gründungsmitglieder entstammten interessanter Weise allesamt der städtischen Mittelschicht, angefangen vom Beamten über Polizisten, Verleger Kaufleuten bis hin zu Handwerksmeistern.

Erster Bereitschaftsleiter wurde der Vorsitzende der Alpenvereinssektion Neu-Altötting Kanzleirat Ernst Plesch der dieses Amt bis 1944 inne hatte. Ausgelöst durch die im Dritten Reich vollzogene Gleichschaltung von Alpenverein und Bergwacht traten in der Versammlung am 14.09.1934 neun Gründungsmitglieder aus der Bereitschaft aus. Vier Kameraden waren bereits verzogen und somit bestand die Bereitschaft Altötting nunmehr aus 5 Aktiven.

In der Zeit zwischen 1937 und Kriegsende stießen die späteren Leiter Mühlenbesitzer Georg Bruckmayer und Rudolf Stauber zur Bereitschaft. Im letzten Kriegsjahr von 1944 - 1945 übernahm Buchhändler Adam Wehnert die Bereitschaftsleitung.

Mit dem Kriegsende wurde die Bergwacht aufgelöst und mit ihr auch die Bereitschaft Altötting. Die Neugründung erfolgte am 13.08.1947 durch Rudolf Stauber, unterstützt durch zwölf Kameraden. Mit dabei war auch Georg Bruckmayer der von der Neugründung bis 1968 das Amt als Bereitschaftsleiter bekleidete. Zusammen mit den Kameraden der Bergwachtbereitschaft Freilassing, zu denen seit den Gründungstagen beste Beziehungen bestanden, wurden Streifendienste im Bereich Hoher Göll, Jenner und Reiteralpe durchgeführt. Eine Reihe von Kameraden befriedigte der Naturschutz alleine nicht mehr. Als Freunde des extremeren Kletterns wollten sie den Schwerpunkt im Sommerrettungsdienst sehen. Das führte innerhalb der Bereitschaft zu einer derartigen Zerreißprobe, dass mit Stimmenmehrheit die Auflösung  beschlossen wurde. Ausweise, Abzeichen und Ausrüstung wurden beim Abschnitt abgegeben. Unter der Schlichtung des Verwaltungsausschussvorsitzenden des AV und dem wohl bekanntesten Bergwachtmann, Ludwig (Wiggerl) Gramminger wurde die Auflösung widerrufen.

Sechs Aktive verbleiben in der Bereitschaft und langsam und stetig wächst die Bereitschaft an. Viele der heutigen Bergwachtsenioren stießen zwischen 1950 und 1970 zur Bergwacht Altötting.
Als Rudolf Stauber 1969 die Bereitschaftsleitung übernahm verfügte die Bereitschaft Altötting über 15 Aktive. Das Dienstgeschehen bestand weiterhin primär in Naturschutzstreifen. Jedoch wurde der Winterdienst am Hochfelln und mit den Kameraden der Bereitschaft Freilassing auch am Rossfeld und Jenner unterstützt.

Auch die Altöttinger Landkreis-Schimeisterschaften wurden von Anfang an betreut. Engelbert Hauswirth übernahm 1977 das Amt des Bereitschaftsleiters. In seiner Amtszeit wuchs die Aktivenzahl auf 25 Männer an. Dadurch konnte vor allem der bergnahen Bereitschaft Marktschellenberg ein zuverlässiger Wintervorsorgedienst am Rossfeld gewährleistet werden. Zusätzliche Dienst am Hochfelln und verschiedene Tourendienste auf der kleinen Reibe, im Watzmannkar und auf der Reiteralpe gehörten zu den planmäßigen Diensten der Bereitschaft Altötting.

Als eine der ersten Organisationen im Landkreis führte die Altöttinger Bergwacht 1977 den ersten Schibasar durch, der sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Im Jahr 1985 übernahm Klaus Überacker das Amt des Bereitschaftsleiters mit der Unterstützung des bisherigen Stellvertreters Fritz Tischer. In der 12-jährigen Amtszeit wuchs die Mitgliederanzahl auf über 30 Aktive an. In diese Zeitspanne fällt auch der „Fall der reinen Männerdomäne“ in der bayerischen Bergwacht. Per Gerichtsbeschluss konnten ab sofort Frauen auch in der Bergwacht aufgenommen werden. Eine der ersten voll ausgebildeten Bergwachtfrauen in Bayern war Sabine Paul in der Bereitschaft Altötting.

Um eine optimale Ausbildung für den Sommerrettungsdienst zu gewährleisten wurde 1989 beim Neubau des BRK-Altenheimes in Altötting in Eigenleistung eine 12m hohe Kletterwand aus Naturstein errichtet. Seit dieser Zeit können viele Übungseinheiten an dieser Kletterwand durchgeführt werden.

Von 1997 bis 2005 wurde die Bereitschaft von Dr. Stefan Oberneder und Sepp Jaschek geleitet. In dieser Zeit wurde vor allem die Ausbildung umstrukturiert und für jeden Ausbildungsbereich eine Arbeitsgruppe gegründet. Dadurch konnten die bisherigen Ausbilder stark entlastet und den stark angestiegenen Ausbildungsanforderungen Rechnung getragen werden.

Im Jahre 2005 übernahm noch einmal Klaus Überacker zusammen mit Günter Pritzl die Leitung der Bereitschaft. Die Bereitschaft zählte schon 34 Aktive – Männer und Frauen.

In das Jahr 2005 fällt auch die Geburtsstunde von KID-Berg im Chiemgau. Klaus Überacker und Dieter Kretschmer warten seit ihrer Ausbildung im Jahr 2003 auf die offizielle Bestätigung, dass das KID-Berg in der Region Chiemgau ihre Arbeit aufnehmen kann. Die neue Regionalleitung ist für die neue Aufgabe sehr aufgeschlossen und die lange erwartete Feuertaufe lässt nicht mehr lange auf sich warten. Bei einem Lawinenunglück am Schrecksattel auf der Reiteralpe werden drei Jugendliche verschüttet und können nur noch tot geborgen werden. Die Überbringung der Todesnachricht und die Betreuung der Familienangehörigen erfordert bei diesem ersten Einsatz sehr viel Kraft. Seit dieser Zeit ist das KID-Berg regelmäßig im Einsatz und erfreut sich großer Akzeptanz bei allen Bergwachtbereitschaften in der Region Chiemgau.

Im Jahr 2009 übernimmt Sepp Jaschek die Leitung der Bereitschaft mit seinem Stellvertreter Helmut Mayer.

Mit 33 Mitgliedern, davon 15 aktiven Einsatzkräften, 3 Frauen und 4 Anwärtern,

werden die Aufgaben als unterstützende Bereitschaft im Einsatzleitbereich Berchtesgaden mit den Bereitschaften Marktschellenberg, Berchtesgaden und Ramsau wahrgenommen.

Mit den Kameraden Hans Battinger - Regionalausbilder San, Klaus Überacker - Regionalleiter KID-Berg, Franz März als Naturschutzbeauftragter und Martin Müller als Mitglied des Lehrteams Sommer- und Winterrettung macht sich die Bereitschaft auch für Aufgaben der Region Chiemgau stark.

Obwohl Die Bereitschaft Altötting eine bergferne Bergwachtbereitschaft ist, erhalten alle Mitglieder die erforderliche Ausbildung um beim Einsatz im Bergbereich als vollwertige Einsatzkraft arbeiten zu können.

Stand: 03. März 2017

Die Bergwacht Altötting in Zahlen

 

30.07.1924    Gründung der Bergwacht Altötting durch Fritz Jochum
                      16 Mitglieder aus der Mittelschicht von Altötting und Neuötting
                      waren in der Bergwacht Altötting tätig. 
                      1. Bereitschaftsleiters war Kanzleirat Ernst Plesch bis 1944.

13.08.1947    Die Bergwachtbereitschaft Altötting wurde wieder aktiviert. Nach
                      dem zweiten Weltkrieg wurde die Bergwacht im BRK
                      eingegliedert.
1947 - 1969   Bereitschaftsleiter Georg Bruckmayer
                      Naturschutzstreifen mit den Kameraden aus Freilassing wurden
                      am Hohen Göll, Jenner und Reiteralpe durchgeführt.

1969 - 1977   Bereitschaftsleiter Rudolf Stauber
                      Winterdienste am Jenner, Hochfelln und Roßfeld wurden
                      eingeführt.

1977 - 1985   Bereitschaftsleiter Engelbert Hauswirth
                      Das erste Dienstfahrzeug, ein VW-Kombi wurde eingeweiht.

1985 - 1997   Bereitschaftsleiter Klaus Überacker
                      Bezug des Unterrichtsraumes im BRK-Kreisverband Altötting
                      Erstellung einer 12m hohen Kletterwand aus Natursteinen am
                      Kreisverbandsgebäude.
                      Die Bergwacht öffnete sich für Frauen und die Bereitschaft
                      Altötting hatte mit Sabine Paul eine der ersten fertig ausgebilde-
                      ten Bergwachtfrauen in der Region Chiemgau.

1997 - 2005  Bereitschaftsleiter Dr. Stefan Oberneder
                     Anschaffung des ersten Allradfahrzeuges VW-T5
                     75-Jahr Feier der Bereitschaft Altötting.

2005 - 2009  Bereitschaftsleiter Klaus Überacker
                     2005 wurde das KID-Berg in der Region Chiemgau installiert.
                     Dieter Kretschmer und Klaus Überacker hatten als ausgebildete
                     KID`ler immer wieder versucht, das KID im Chiemgau aufleben zu
                     lassen. Zusammen mit drei anderen KameradenInnen aus 
                     Traunstein, Berchtesgaden und Anger wurde der erste schwere
                     Einsatz, das Lawinenunglück am Schrecksattel betreut.
                     Zur Zeit sind 12 KameradenInnen im KID tätig.

2009 - heute  Bereitschaftsleiter Josef Jaschek

 

 

 

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