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Freitag, 26. April 2019

Canyoningsportler in den Tatzelwurm-Wasserfällen blockiert

Bergwacht rettet drei Schluchtengeher aus dem Auerbach

Zu einer dramatischen Rettungsaktion in die Tatzelwurm-Wasserfälle des Auerbachs wurde die Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden am gestrigen Donnerstagmittag alarmiert. Gegen 12:10 Uhr ging der Notruf einer Canyoninggruppe bei der Integrierten Leitstelle ein: Zur ersten Person die sich in den Wasserfall abseilte war plötzlich kein Kontakt mehr möglich – vermutlich war diese blockiert in der Abseilstrecke innerhalb des fallenden Wassers gefangen, so der Melder.

Einsatzmeldung setzt Retter unter Zeitdruck

Dem erfahrenen Bergwacht-Einsatzleiter war bei der Meldung schnell klar – wenn ein Schluchtengeher im Wassersturz hängt zählt jede Minute. Zur Bewältigung des Einsatzes alarmierte er sofort noch die Spezialeinsatzkräfte der Bergwacht Canyoninggruppe Hochland Ost nach.

 

Bereits wenige Minuten nach der Alarmierung rückten die ersten Bergretter von Oberaudorf, darunter auch vier Canyonretter, zur Einsatzstelle Richtung Tatzelwurm Waldparkplatz aus. Die ersten Einsatzkräfte konnten bereits nach fünfzehn Minuten die Lage vor Ort erkunden und diese dem Einsatzleiter über Funk mitteilen.

 

Die drei Schluchtengeher, eine Gruppe aus Studenten von München, Venezuela und Frankreich, stiegen vom Waldparkplatz in den wasserführenden Bachlauf des Auerbachs ein um sich darin über die Tatzelwurm-Wasserfälle abzuseilen. Aufgrund des Schmelzwassers führte der Bach eine entsprechend hohe und reißende Wassermenge mit sich. Gleich zu Beginn der zweiten Abseilstrecke verlor die Gruppe den Kontakt zum Vorausgehenden. Sie vermuteten, dass er aufgrund des starken Wasserdrucks innerhalb des Falls blockiert sein könnte. Glücklicherweise gelang es den Schluchtengehern per Mobiltelefon auf ihre Notsituation aufmerksam zu machen.

Situation entspannt sich nach der ersten Lageerkundung

Nach Erkundung der Lage war für die ersteintreffenden Bergretter die Situation nun klar. Der Gruppenerste war in den zweiten Wasserfall abgeseilt und merkte dabei schnell dass der Wasserdruck zu groß sei um die Tour fortzuführen. Er entschied sich, wieder am Seil aufzusteigen, was ihm aber aufgrund der auf ihn einstürzenden Wassermassen erheblich erschwert wurde. Dies war für die zwei verbliebenen Gruppenmitglieder die noch am Standplatz oberhalb verweilten nicht einsehbar. Nachdem ihr Tourenpartner nicht unten ankam und eine Kontaktaufnahme nicht möglich war setzten die beiden sofort den Notruf ab, vermuteten sie doch ihren Freund in größter Gefahr. Bei Eintreffen der Bergretter befanden sich mittlerweile wieder alle drei Schluchtengeher am Standplatz oberhalb des zweiten Wasserfalls. Sie wirkten augenscheinlich unverletzt, konnten sich aber aus eigenen Kräften nicht mehr aus ihrer misslichen Lage befreien.

 

Der Bergwacht-Einsatzleiter entschied sich in Absprache mit den Spezialeinsatzkräften der Bergwacht-Canyonrettung für den Aufbau des Dyneemaseils um die drei Blockierten damit seitlich aus der wasserführenden Schlucht zu retten. Während dem Aufbau des Bergegeräts seilte sich bereits ein Retter zur Gruppe ab, sichtete diese medizinisch und informierte über das weitere Vorgehen. In der Folge wurde ein weiterer Canyonretter zu den hilflosen Personen abgelassen um diese dann in das Seil des Retters zu übernehmen. Mit Hilfe eines Flaschenzuges wurden die drei Schluchtengeher in zwei Zyklen, begleitet vom Bergwacht-Canyonretter durch die Einsatzmannschaft nach oben gezogen.

 

Der aufgrund der Erstmeldung zur Sicherheit abgestellte Rettungswagen konnte, nachdem alle drei Schluchtengeher unverletzt gerettet waren, aus dem Einsatz entlassen werden.

 

15 Bergwacht-Einsatzkräfte, darunter 10 Bergwacht-Canyonretter, die Polizeistreife der PI-Kiefersfelden sowie ein Rettungswagen waren gut zwei Stunden im Einsatz.

Autor: Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden

Bergwacht-Canyonretter bei der Vorbereitung zur Rettung mit dem Dyneema-Seil

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