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Samstag, 1. Juni 2019

Wandergruppe gerät am Großen Traithen in Bergnot

Bergwacht und „Edelweiß 1“ retten 12 Bergwanderer aus Steilgelände

Gegen 15:55 Uhr wurde der Bergwacht Einsatzleiter Oberaudorf von der Integrierten Leitstelle Rosenheim am gestrigen Samstag über eine 12-köpfige Wandergruppe informiert, die sich wohl im nördlichen Bereich des Großen Traithen in einer schneedurchsetzten Steilrinne in Bergnot befindet.

Ein 29-jähriger Münchner aus der Gruppe war im Abstieg über die mit reichlich Altschnee bedeckte Rinne bereits ausgerutscht und etwa 150-Meter in ein Latschenfeld gestürzt. Dabei zog er sich glücklicherweise nur leichte Verletzungen zu. Seine Begleiter, eine Wandergruppe aus Freunden, die sich aus dem ganzen Bundesgebiet zu einer Tour auf den Brünnstein verabredet hatten, standen entsprechend unter Schock. Im einem sicheren Randbereich der durchgängig und teilweise mit hartgefrorenem Altschneedecke bedeckten Steilrinne warteten sie auf die Bergwacht.

Parallel zur Einsatzmannschaft, die sich kurz nach der Alarmierung mit dem Bergrettungsfahrzeug in Richtung Rosengassenalmen aufmachte um von dort zur vermuteten Einsatzstelle aufzusteigen wurde vom Einsatzleiter auch ein Hubschrauber mit Winde zur Rettung angefordert.

Der Polizeihubschrauber „Edelweiß 1“ ging eine halbe Stunde später an der Bergrettungswache in Oberaudorf zur Zwischenlandung. In einem kurzen Austausch zwischen Hubschrauberbesatzung und Einsatzleiter wurde die Taktik für den bevorstehenden Rettungseinsatz besprochen.

Im Erstanflug stiegen zwei Bergretter mit entsprechendem Sicherungsmaterial, Steigeisen und Eisgeräten in die Maschine der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Nach mehrmaligen Überflug und erneuten telefonischen Kontakt zu den Hilfesuchenden machten sich diese nun optisch bemerkbar. Die Einsatzstelle am nördlichen Traithen wurde in einer mit Altschneedecke durchsetzen Nordflanke aus der Luft erkannt. Zwei Bergretter wurden mit der Rettungswinde am Grat oberhalb ausgesetzt.

An Seilen gesichert stiegen diese zu den in Kleingruppen an drei Plätzen der Rinne befindlichen Personen ab und leisteten dem leicht Verletzten erste Hilfe. In einem weiteren Anflug brachte „Edelweiß 1“ weitere zwei Bergretter mit weiteren Sicherungsmaterial und Rettungsgurten an die Einsatzstelle.

Kurz darauf konnte bereits mit der Rettung der Personen begonnen werden. Dazu wurden die Hilfesuchenden mit Rettungsdreiecken und Helmen ausgestattet und konnten so, jeweils begleitet von einem Bergretter, an der Seilwinde des Hubschraubers zum Zwischenlandeplatz an den Rosengassen-Almen ausgeflogen werden.

Mittlerweile war auch die bodengebundene Einsatzmannschaft bei der Gruppe, die sich im Auslauf der Flanke befand, eingetroffen. Die Bergretter konnten die zwei verbliebenen Bergsteiger mit Gurten ausstatten und an gelegten Fixseilen sicher über das Schneefeld ins Tal führen.

Vom Zwischenlandeplatz an den Almen oberhalb der Rosengasse im Sudelfeldgebiet übernahmen Bergwacht-Einsatzfahrzeuge den Transport der Gruppe ins Tal nach Oberaudorf, von wo sie dann dankbar ihre Heimreise mit dem Zug antraten. Der leicht verletzte 29-Jährige wurde zur weiteren medizinischen Abklärung mit dem Rettungsdienst ins Klinikum gebracht.

Im Einsatz waren 14 Bergwacht-Einsatzkräfte, der Polizeihubschrauber „Edelweiß 1“, der Hubschrauber-Notbetankungsanhänger der Bergwacht Brannenburg sowie ein KTW des Landrettungsdienstes.

Autor: Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden

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