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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Mittwoch, 13. September 2017

Winterliche Bedingungen sorgen für aufwändige Einsätze und wenig Schlaf

Am gestrigen Montag wurde unsere Bereitschaft von den Kollegen der Bergwacht Grainau in den späten Abendstunden zu einem Einsatz am Hochblassen hinzugezogen. Die beiden verstiegenen Personen wurden zunächst im Matheisenkar vermutet, doch nachdem die Grainauer Bergretter das Matheisenkar abgesucht hatten, stellte sich heraus, dass die Melder sich im Bereich des Hohen Blassen befinden. Zusammen mit weiteren fünf Kollegen aus Grainau machten sich sieben Bergretter der Bereitschaft Garmisch-Partenkirchen mit der Alpspitzbahn und dann zu Fuß weiter über das Grieskar in Richtung der Patienten auf.

Gegen 4:00 Uhr morgens wurden die unterkühlten Patienten gefunden und erstversorgt. Da beide Patienten noch in der Lage waren selbständig weiter zu gehen, beschloss man, vorerst zu Fuß abzusteigen. Gegen 6:00 Uhr öffnete sich kurz die Wolkendecke wodurch der Einsatz von Hubschraubern möglich war. Umgehend wurden die beiden Rettungshubschrauber Christoph Murnau und RK 2 (DRF Luftrettung) aus Reutte angefordert und standen ab 7:00 Uhr zur Verfügung. Per Seilwinde wurden die beiden Patienten und die Bergretter von den Hubschraubern aufgenommen und ins Tal geflogen. Der Abtransport musste mehrmals wegen durchziehender Nebelfelder unterbrochen werden und erst gegen 8:00 Uhr waren alle wieder sicher im Tal. Die beiden Patienten wurden zur weiteren Behandlung an das Klinikum Garmisch Partenkirchen übergeben. An dieser Stelle ein herzliches Vergelts Gott an die Kollegen der Bergwacht Grainau, die Bayrische Zugspitzbahn (Zugspitze) und die Besatzungen des Christoph Murnau und RK2 für die hervorragende Zusammenarbeit.

Während es für einige nach diesem Einsatz erst einmal ins Bett oder in die Arbeit ging, mussten zwei Bergretter bereits um 12:00 Uhr wieder ausrücken. Die ILS Oberland alarmierte den Einsatzleiter der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen über zwei Kletterer, die sich nach dem Durchstieg der Klettertour "Zwischen den Toren" nicht mehr orientieren konnten. Die beiden hatten die Route am Montag bewältigt und waren erst am Abend am Schneefernerkopf angekommen. Daraufhin entschlossen sie sich, in der alten Liftstation zu übernachten und den nächsten Morgen abzuwarten. Leider waren sie am Dienstag im dichtem Nebel gefangen und absolut orientierungslos, woraufhin sie ihren Notruf absetzten. Sofort machten sich zwei Bergretter per Hubschrauber auf den Weg zum Schneefernerkopf. Auf Grund des schlechten Wetters konnten die Einsatzkräfte nur bis zum Sonnalpin geflogen werden und mussten zu Fuß den weiteren Weg durch 15cm Neuschnee zu den beiden Kletterern bewältigen. Da beide unverletzt waren, wurden sie zum Sonnalpin begleitet und machten sich von dort zurück auf den Weg nach Ehrwald. Unsere Einsatzkräfte kamen per Zahnradbahn wieder ins Tal und waren um 16:00 Uhr wieder zurück im Depot.

Gegen 21:30 Uhr alarmierte uns wiederum die ILS Oberland, dass ein Melder Lichter am Fricken ausgemacht hat und sich eine Person evtl. in Bergnot befinden könnte. Aktuell gehen wir der Meldung nach und prüfen, ob es sich nicht vielleicht um einen Fehlalarm handelt. An Tagen wie diesen heißt es durchhalten und getreu unserem Motto, "Zu jeder Zeit bei jedem Wetter in jedem Gelände" zu handeln. Mal sehen, ob es wieder eine lange Nacht wird.

 

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