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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Freitag, 12. Oktober 2018

Nachteinsatz mit Biwak am Berg

Grainau/Waxenstein - Grainauer Retter verbringen die Nacht mit in Bergnot geratenem Bergsteiger im Alpingelände

Am Mittwoch, den 10. Oktober 2018, wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Grainau um 19.30 Uhr von der Integrierten Leitstelle Oberland alarmiert. Ein Bergsteiger war am Waxensteingrat unterwegs und wollte die Begehung abbrechen. Beim Abstieg vom Grat und der Suche nach dem sog. Schafsteig hatte er sich verirrt und befand sich nun in steilem Gras- und Felsgelände. Nach einem Rückruf an der Einsatzstelle, um die Position möglichst genau festzustellen, ließ der Einsatzleiter die Mannschaft alarmieren und forderte einen nachtflugtauglichen Hubschrauber mit Rettungswinde an.

Gegen 20.15 Uhr kam der Polizeihubschrauber Edelweiß 3, welcher zuvor bei zwei Einsätzen die Kameraden der Bergwacht Oberammergau unterstützt hatte, am Tallandeplatz in Grainau an. Kurz darauf startete der Hubschrauber mit zwei Bergrettern zur vermuteten Einsatzstelle, aufgrund des starken Föhnwindes musste der Pilot den Einsatz jedoch abbrechen. Mittels einer Alarmierungs-App wurden deshalb weitere Einsatzkräfte für den nun notwendigen bodengebundenen Einsatz aufgeboten. Um 22.00 Uhr fuhren 5 Retter mit einem Sonderzug der Bayerischen Zugspitzbahn vom Bahnhof Eibsee in Richtung Zugspitze los, um ausgehend vom sog. Tunnelfenster "1500" über die Riffelscharte zum Betroffenen aufzusteigen.

Die Suche im anspruchsvollen, steilen Alpingelände nahm einige Zeit in Anspruch, noch dazu erschwerte der nach wie vor stürmische Wind die Kontaktaufnahme, sodass die Einsatzkräfte den Bergsteiger erst gegen 1.00 Uhr am Donnerstag erreichten. Am Seil gesichert wurde er aus seiner misslichen Lage befreit und zurück auf den richtigen Weg geführt, von wo aus der Abstieg zur Höllentalangerhütte begann. In dessen Verlauf ließen jedoch die Kräfte und die Konzentration des Betroffenen immer mehr nach, weshalb sich die Retter entschlossen am sog. Schönanger zu biwakieren und den Einsatz bei Anbruch des Tageslichts mit Unterstützung eines Hubschraubers fortzusetzen.

Um 7.50 Uhr am Donnerstagmorgen brach der Rettungshubschrauber Christoph Murnau nach einer Zwischenlandung am Grainauer Tallandeplatz zur Einsatzstelle auf. In zwei Flügen wurden der Bergsteiger und drei Bergretter nach einer ungemütlichen Nacht ins Tal geflogen. Zwei Bergretter waren bereits in der Nacht weiter abgestiegen und gegen 5.00 Uhr morgens zurück an der Bergrettungswache angekommen. Um 8.45 Uhr war der Einsatz für alle Beteiligten beendet.

Insgesamt waren bei diesem Einsatz 7 Bergretter und das Rettungsfahrzeug der Bergwacht Grainau sowie die Besatzungen des Polizeihubschraubers Edelweiß 3 und des ADAC-Rettungshubschraubers Christoph Murnau über 13 Stunden gefordert.

Bereits am frühen Mittwochabend gegen 17.30 Uhr waren die Grainauer Retter im Aufstieg zur Zugspitze im Einsatz. Zwei 14-Jährige hatten sich auf die Navigationsfunktion ihres Smartphones verlassen, welche nur 3 Stunden für die Tour veranschlagte und sie von Griesen aus starten ließ. Etwas unterhalb des Höllentalferners waren sie nach diesem enormen Umweg, abweichend von der normalen Route von Hammersbach aus durch die Höllentalklamm, und ohne der Tour angepasste Kleidung und Ausrüstung vollkommen erschöpft. Mit Unterstützung des Notarzthubschraubers RK2 aus Reutte konnten die beiden ins Tal gebracht werden.

Weitere Fotos auf unserer Facebook-Seite: http://www.facebook.de/bergwachtgrainau

Autor: Bergwacht Grainau

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