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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Dienstag, 14. März 2017

Nach Lawinenabgang am Hohen Brett: Skibergsteiger befreit Spezl aus Schneemassen

Lebensrettende Kameradenhilfe: 26-Jähriger aus Schönau am Königssee war fünf Minuten lang verschüttet – schwer verletzt

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE – Quasi in letzter Minute gerettet werden konnte am Dienstagmittag ein 26-jähriger Skibergsteiger aus Schönau am Königssee nach einem Lawinenabgang am Hohen Brett. Der Mann hatte die Lawine bei der Abfahrt in Richtung Göll Sanden losgetreten, war mit ihr rund 200 Meter über felsiges Gelände abgestürzt und schließlich von den Schneemassen begraben worden. Sein Begleiter, ein 28 Jahre alter Bischofswieser, konnte den Spezl nach fünf Minuten ausgraben und ihm damit vermutlich das Leben retten.

Die beiden Einheimischen hatten zunächst den Hohen Göll bestiegen und waren dann noch aufs Hohe Brett gegangen. Für ihre Abfahrt wählten sie eine steile Routenvariante, die durch teilweise felsiges Gelände hinunter in die Göll Sanden führt. Gegen 12.40 Uhr wurde der 26-Jährige aus Schönau am Königssee in etwa 2.100 Metern Höhe rund 200 Meter von einer Lawine mitgerissen. Sein Spezl, der noch oben stand, alarmierte sofort die Leitstelle und fuhr dann schnellstmöglich über das anspruchsvolle Gelände ab. Weil die Skispitzen gerade noch aus der Lawine herausragten, war der verschüttete Begleiter schnell gefunden und bereits fünf Minuten nach dem Absturz mit einem Skier ausgegraben. Der Mann war zunächst noch bewusstlos, wenig später aber bereits wieder ansprechbar. Nach erster Einschätzung hatte er sich aber schwer an Kopf, Rücken und Oberschenkel verletzt.

Die Leitstelle Traunstein alarmierte sofort die zuständige Bergwacht Berchtesgaden, die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau, den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ und weitere Bergwachten aus dem Landkreis. „Christoph 14“ nahm den Berchtesgadener Bergwacht-Einsatzleiter auf und setzte ihn zur Lageerkundung oberhalb der Unfallstelle im Schwebeflug ab. Danach brachte er die Notärztin und einen weiteren Bergwachtmann mit Luftrettungssack am Tau zum Einsatzort. Die Retter versorgten den wieder ansprechbaren Mann, lagerten ihn unter einem Überwurf-Wärmezelt und dann in den Luftrettungssack um und flogen ihn gegen 13.50 Uhr ins Tal und danach zum Klinikum Traunstein.

Aufgrund der Gefahr von Nachlawinen standen im Tal Suchhundeführer zur Absicherung in Bereitschaft. Zusätzlich flog die Besatzung eines Polizeihubschraubers zum Hohen Brett, um die restlichen beiden Einsatzkräfte und den Begleiter per Winde aufzunehmen und zurück ins Tal zu bringen. Außerdem nahm die Maschine einen frierenden 22-jährigen Ruhpoldinger auf. Der junge Mann war einfach den Spuren der beiden Einheimischen gefolgt und hatte sich schließlich im felsigen Absturzgelände oberhalb der Unfallstelle nicht mehr weiter getraut. „Edelweiß 4“ brachte einen Bergretter per Winde zu ihm, der ihn sicherte und an den Windenhaken nahm. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht kümmerte sich im Tal um den Tourenbegleiter.

Aus aktuellem Anlass weist die Bergwacht darauf hin, dass zur Kameradenrettung immer eine komplette Notfallausrüstung mit Verschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Schaufel von allen Beteiligten mitgeführt werden muss; dass nach einer Verschüttung noch die Skier aus der Lawine ragen und eine Ortung ermöglichen, ist ein großer Zufall und mit sehr viel Glück verbunden.

 

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