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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Sonntag, 21. Januar 2018

Lawinenabgang an der Brünnstein-Schanze in Oberaudorf

35-jähriger Skitourengeher löst Schneebrett aus und wird nach 200 Meter Absturz komplett verschüttet und dabei schwer verletzt.

Gegen 13:45 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle in Rosenheim ein Notruf einer Tourengeherin ein, die sich bei der Abfahrt von der Brünnstein-Schanze in  Oberaudorf von ihren zwei Begleitern getrennt hatte. Sie wartete jetzt bereits über eine Stunde vergeblich auf diese am Waldparkplatz am Tatzelwurm.

 

Daraufhin alarmierte die ILS die Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden. Der Einsatzleiter versuchte sofort Kontakt mit der Melderin aufzunehmen. Noch zuvor dies möglich war kam bereits ein zweiter Notruf aus diesem Gebiet, der die ersten Befürchtungen über einen Lawinenabgang bereits nach Minuten bestätigte. Ein Rückruf durch den Bergwacht-Einsatzleiter bei der Melderin ergab einen Lawinenabgang im Bereich der Brünnstein-Schanze im Gemeindegebiet von Oberaudorf mit vermeintlich zwei Verschütteten. Eine konkrete Ortsangabe konnte die Melderin jedoch nicht abgeben.

 

Ein 35-jährigen Tourengeher aus München hatte unmittelbar nach Einfahrt in eine Nordrinne auf ca. 1400 Meter selbst das Schneebrett ausgelöst und war von dieser gut 200 Höhenmeter in die Tiefe gerissen worden. Sein Begleiter konnte auf dem Lawinenkegel abfahren und schließlich mit Hilfe des Lawinen-Verschütteten-Geräts (LVS) seinen Tourenpartner orten und nach gut 20 Minuten lebend, aber schwer verletzt ausgraben. Mittlerweile war eine groß angelegte Rettungsaktion angelaufen, die aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen vom Bergwacht-Einsatzleiter sowohl mit Hubschrauber als auch bodengebunden koordiniert wurde. In einem Erstanflug konnte der Rettungshubschrauber „Heli 3" die Einsatzstelle lokalisieren und zwei Bergretter unterhalb dieser absetzen. In drei weiteren Anflügen konnten insgesamt sieben Bergretter mit Einsatzmaterial in die Nähe der Unfallstelle transportiert werden ehe starker Schneefall einen weiteren Hubschraubereinsatz unmöglich machte.

 

Die hinzualarmierten Bergwacht-Einsatzkräfte der Bergwachten Brannenburg und Bad Feilnbach machten sich mit insgesamt drei ATV´s vom Waldparkplatz bodengebunden auf dem Weg. Mehrere Bäume die in den Forstweg gefallen waren sowie große Neuschnee-mengen behinderten die Zufahrt und verlangsamten den bodengebundenen Zustieg.

Parallel wurde vom Bergwacht-Einsatzleiter in enger Zusammenarbeit mit dem Einsatzleiter der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei versucht abzuklären, ob es sich bei dem ersten Notruf mit den vermissten Tourengehern und der zweiten Meldung um dieselben Personen handelt oder ob gegebenenfalls noch mit weiteren Verschütteten gerechnet werden musste. Dies konnte dann gegen 15.30 Uhr definitiv ausgeschlossen werden. In der Zwischenzeit waren die Einsatzkräfte, darunter auch zwei Bergwacht-Notärzte mit der Versorgung des schwer Verletzten und unterkühlten Patienten beschäftigt und bereiteten dessen Abtransport vor. Eine Rettung mit Hubschrauber war wetterbedingt nicht mehr möglich.

 

So musste der Verletzte im Akia verpackt etwa 100 Meter bis zum Forstweg abgeseilt werden ehe er dann mit dem ATV zum Tatzelwurm Waldparkplatz transportiert und an den Rettungsdienst zum weiteren Transport in die Klinik übergeben werden konnte. Die vorsorglich alarmierte Hundestaffel der Bergwacht Chiemgau, die bereits am Vormittag am Geigelstein im Einsatz war, wurde nicht mehr benötigt.

 

Im Einsatz waren insgesamt 50 Bergretter aus Oberaudorf, Brannenburg und Bad Feilnbach, drei Bergwacht-Notärzte, die Lawinenhundestaffel Bergwacht Hochland, das Kriseninterventionsteam KID-Berg sowie zwei Polizeihundeführer und neun Alpinbeamte der Bayrischen Polizei, der Rettungshubschrauber „Heli 3" sowie zwei Polizeihubschrauber „Edelweiß" und ein Rettungswagen.

Autor: Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden

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